Kraftfahrt-Bundesamt: E-Autos in Ostdeutschland noch wenig verbreitet

Datum20.10.2025 18:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Verbreitung von Elektroautos in Deutschland bleibt gering, mit nur 3,4 Prozent im Gesamtbestand. Die östlichen Bundesländer, außer Berlin, zeigen besonders niedrige Quoten. Trotzdem stiegen die Neuzulassungen auf rekordhohe 17,7 Prozent im ersten Halbjahr 2025. Der Weg zu den Klimazielen ist jedoch fraglich, da der Bestand an Batterie-Elektrikfahrzeugen (BEV) die angestrebten 15 Millionen bis 2030 gefährdet. Unterschiede bestehen zwischen Privat- und Geschäftskunden. Staatliche Förderungen führten zunächst zu einem Anstieg, der Absatz brach jedoch nach deren Wegfall ein.

InhaltNur 3,4 Prozent aller Autos in Deutschland fahren bislang elektrisch. Doch mancherorts ist die Quote noch deutlich niedriger: Eine Auswertung des KBA zeigt bei der Antriebswende eine deutsche Teilung. Deutschland ist bei der Verbreitung von Elektroautos ein geteiltes Land: Nach einer Analyse des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gibt es in den fünf östlichen Bundesländern – mit Ausnahme Berlins und dessen Umlands – bisher besonders wenige batterieelektrische Autos. In den westlichen Bundesländern sind E-Autos weiter verbreitet, wobei in Ballungsgebieten wie München und Stuttgart oder dem Westen von Niedersachsen die größte Dichte zu finden ist. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Auswertung hervor. Bezogen auf Gesamtdeutschland liegt die E-Auto-Quote im Fahrzeugbestand weiterhin niedrig, nämlich bei 3,4 Prozent zu Anfang dieses Jahres – auch, wenn ihr Anteil an den Neuzulassungen steigt. Im ersten Halbjahr 2025 waren 17,7 Prozent der neu zugelassenen Autos reine Elektroautos, ein Rekordhoch. Doch einst gesteckte Klimaziele lassen sich damit wohl nicht mehr erreichen. "Zum 1. Januar 2025 waren 1,65 Millionen BEV im Bestand beobachtbar", schreibt das Bundesamt, wobei die Abkürzung BEV für Batterie-Elektrofahrzeug steht. "Ob das Ziel von 15 Millionen BEV bis 2030 im Fahrzeugbestand erreicht wird, kann angezweifelt werden." Neben den regionalen Unterschieden klafft auch eine Lücke zwischen Privatkunden und Geschäftskunden, die auf emissionsfreie E-Autos umgestiegen sind. Privat gehaltene Pkw waren Anfang 2025 zu 92 Prozent Verbrennerfahrzeuge, vor zehn Jahren waren es noch 98 Prozent. BEV und Hybridfahrzeuge verdoppelten ihren Anteil am Bestand in dieser Zeit auf 2,3 Prozent. Bei gewerblichen Haltern mit Dienstwagen sank der Anteil von Benzin- und Diesel-Pkw von 98 auf 65 Prozent, während der Anteil elektrifizierter Autos auf 11,6 Prozent stieg. Der Staat hatte die Anschaffung von E-Autos mit Förderprämien von Mitte 2016 bis Ende 2023 unterstützt. Als die Subvention wegfiel, brach der E-Autoabsatz im vergangenen Jahr ein. Sinkende Fahrzeugpreise schoben die Nachfrage wieder an. Die jetzige Bundesregierung will Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch steuerliche Anreize und finanzielle Hilfen dazu anreizen, auf E-Autos umzusteigen.