4,7 Millionen Konten gesperrt: Australien: Social-Media-Aus für Kinder zeigt Wirkung

Datum16.01.2026 05:54

Quellewww.zeit.de

TLDRAustralien hat als erstes Land der Welt das Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, eigene Social-Media-Konten zu betreiben, eingeführt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes am 10. Dezember wurden über 4,7 Millionen Accounts von Minderjährigen gesperrt oder eingeschränkt. Die Online-Sicherheitsbehörde bestätigt, dass Plattformen wie Instagram, TikTok und Facebook ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um dieses Verbot durchzusetzen. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Die Maßnahme erhielt breite politische Unterstützung, während Reddit gegen das Gesetz Klage eingereicht hat.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „4,7 Millionen Konten gesperrt“. Lesen Sie jetzt „Australien: Social-Media-Aus für Kinder zeigt Wirkung“. Seit gut einem Monat dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Jetzt gibt es erste Zahlen: Nach Angaben der Regierung wurden seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 10. Dezember bereits mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt. Australien hatte als erstes Land der Welt entsprechende Regeln eingeführt und gilt damit als Vorreiter im digitalen Kinderschutz. Nach vorläufigen Auswertungen der Online-Sicherheitsbehörde eSafety unternehmen betroffene Plattformen demnach "ernsthafte Anstrengungen", um Minderjährigen den Zugang zu verwehren. Veränderungen passierten nicht über Nacht, erklärte Premierminister Anthony Albanese. "Doch diese ersten Ergebnisse zeigen, wie wichtig es war, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen." Betroffen von dem Gesetz sind unter anderem Instagram, Tiktok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch. Ausgenommen sind verschiedene Messenger- und Spiele-Dienste wie Roblox, WhatsApp und Facebook Messenger. Das Gesetz war bereits Ende 2024 verabschiedet worden. Fast alle großen Parteien hatten den Vorstoß von Regierungschef Albanese im Parlament unterstützt. Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, sich auf die neuen Altersbeschränkungen einzustellen. Bei Verstößen drohen den Unternehmen saftige Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (28,5 Millionen Euro). Reddit hat gegen das Verbot Klage eingereicht. © dpa-infocom, dpa:260116-930-552397/1