Datum16.01.2026 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRVor dem Landgericht Hof beginnt ein Prozess wegen mutmaßlichem Betrug mit Dieselkraftstoff, angeklagt sind acht Männer, darunter ein Mineralölhändler. Dieser soll zwischen November 2023 und November 2024 etwa 90,5 Millionen Liter unversteuerten Kraftstoff erworben haben, wobei die Staatsanwaltschaft von rund 44 Millionen Euro hinterzogener Energiesteuer ausgeht. Zudem stellte sich heraus, dass der Stoff keineswegs Diesel war. Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt im Rahmen des Falles und das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Das Verfahren umfasst 60 Verhandlungstage.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hof“. Lesen Sie jetzt „Mutmaßlicher Millionenbetrug mit Diesel vor Gericht“. Vor dem Landgericht Hof beginnt heute (9.00 Uhr) der Prozess um millionenfachen Betrug rund um den Handel mit Dieselkraftstoff. Angeklagt sind acht Männer. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ein Mineralölhändler aus der Region, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, zwischen November 2023 und November 2024 rund 90,5 Millionen Liter unversteuerten Kraftstoff eingekauft zu haben. Er soll demnach gewusst haben, dass die Lieferanten Energiesteuer von rund 44 Millionen Euro hinterzogen haben sollen. Die weiteren Angeklagten sollen diesen Kraftstoff an das Unternehmen verkauft haben. Analysen ergaben nach einer Gerichtsmitteilung vom Dezember zudem, dass es sich in den untersuchten Fällen gar nicht um Dieselkraftstoff handelte, sondern um anderes Schweröl oder Gasöl. Die Anklage umfasse deshalb auch den Tatvorwurf des Betrugs in 27 Fällen zulasten von Kunden. Für den Tatkomplex interessiert sich auch die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA). Im August 2025 gab es demnach auch eine Untersuchung bei der betroffenen Firma unter Regie dieser Behörde. Die EUStA-Ermittlungen rund um Kraftstoffbetrug laufen unter dem Namen "Water into Wine". Die Europäische Staatsanwaltschaft verfolgt Straftaten, die zulasten des EU-Haushalts gehen. Die betroffene Firma hat die Vorwürfe nach Bekanntwerden des Falls im Herbst 2024 zurückgewiesen. Man betonte damals, selbst Opfer krimineller Machenschaft geworden zu sein. Nach der neuerlichen Durchsuchung im August 2025 hieß es, dass die beauftragten Anwälte mit Hochdruck daran arbeiteten, die Vorwürfe zu entkräften. Kurz vor dem Start des Hauptverfahrens wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht mehr äußern. Das Landgericht Hof steht vor einem Mammutverfahren: 60 Verhandlungstage bis zum 22. Oktober sind terminiert. © dpa-infocom, dpa:260116-930-552103/1