Datum16.01.2026 03:08
Quellewww.zeit.de
TLDRRechtsextremisten und Reichsbürger in Deutschland besitzen laut dem Bundesinnenministerium rund 4.000 legale Waffen. Die Grünen kritisieren dies als Skandal und fordern eine konsequente Entwaffnung dieser Gruppen, da sie eine Gefahr für die demokratische Grundordnung darstellen. Bis Ende 2024 waren 2.996 Schusswaffen auf Rechtsextremisten, 932 auf Reichsbürger und Selbstverwalter registriert. Sicherheitsbehörden hatten in der Vergangenheit gewaltsame Umsturzbestrebungen aufgedeckt, insbesondere bei der Gruppe um den Reichsbürger Heinrich XIII. Prinz Reuß.
InhaltLaut dem Bundesinnenministerium verfügen Rechtsextremisten und Reichsbürger in Deutschland über rund 4.000 legale Waffen. Die Grünen sehen darin einen Skandal. Mehr als 4.000 legale Waffen waren in Deutschland zuletzt in den Händen von Reichsbürgern und Rechtsextremisten. Das bestätigte das Bundesinnenministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorlag. Ende des Jahres 2024 waren 2.996 erlaubnispflichtige Schusswaffen im nationalen Waffenregister auf Rechtsextremisten, 932 auf Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter sowie 124 auf "Personen des Spektrums verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" registriert, wie das Innenministerium unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz mitteilte. Neuere Daten lägen noch nicht vor. Es sei ein Skandal, dass Rechtsextremisten und Reichsbürger weiterhin so viele Waffen besitzen, sagte Grünen-Fraktionssprecher Marcel Emmerich dem RND. "Verfassungsfeinde müssen konsequent entwaffnet werden", sagte er. Wer die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpfe, dürfe keine Waffen besitzen. Das stelle eine "enorme Gefahr" für den Rechtsstaat dar, fügte er hinzu und warf dem Bundesinnenministerium Untätigkeit vor. Teile des rechtsextremistischen und Reichsbürgermilieus gelten als gewaltbereit. In den vergangenen Jahren deckten Sicherheitsbehörden unter anderem mehrfach gewaltsame Umsturzbestrebungen auf. Auch bei der Gruppe um den Reichsbürger Heinrich XIII. Prinz Reuß, der derzeit in Frankfurt vor Gericht steht, wurden bei Durchsuchungen Waffen und Munition sowie Ausrüstung für sogenannte Heimatschutzkompanien gefunden.