Datum16.01.2026 00:59
Quellewww.zeit.de
TLDRDie dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen empfängt eine US-Kongressdelegation zur Diskussion über Sicherheit in der Arktis und Handelsbeziehungen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von US-Präsident Trumps Plänen, Grönland zu erwerben, die auf Widerstand stoßen. Eine militärische Erkundungsmission mehrerer Nato-Staaten in Grönland wurde gestartet. Dänemarks Außenminister betont, dass eine Übernahme Grönlands nicht infrage kommt, da es die Souveränität Dänemarks und Grönlands verletzen würde. Die US-Regierung bleibt gelassen gegenüber internationalen Bedenken.
InhaltDemokraten und Republikaner wollen in Kopenhagen über die Sicherheit in der Arktis beraten. Die US-Regierung zeigt sich von Nato-Soldaten in Grönland unbeeindruckt. Inmitten der Spannungen mit US-Präsident Donald Trump wegen dessen Übernahmeplänen für Grönland empfängt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitag eine Delegation des US-Kongresses in Kopenhagen. Auch der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen wird an dem Treffen teilnehmen, wie eine Sprecherin Frederiksens am Donnerstag mitteilte. Angeführt wird die Delegation von Senator Chris Coons von den oppositionellen Demokraten. Neben mehreren demokratischen Abgeordneten und Senatoren sind auch zwei Abgeordnete von Trumps republikanischer Partei dabei. Laut Coons wollen die Kongressmitglieder mit ihren dänischen Gastgebern über eine "Stärkung der Sicherheit in der Arktis und die Konsolidierung der Handelsbeziehungen" sprechen. Angesichts der Drohungen des US-Präsidenten mit einer Übernahme Grönlands hatte am Donnerstag eine militärische Erkundungsmission mehrerer Nato-Staaten in Grönland begonnen, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist. Der Konflikt um die Arktis-Insel droht die Nato zu spalten. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist. Die US-Regierung zeigte sich von der Entsendung der europäischen Soldaten unbeeindruckt. "Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben", sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, vor Journalisten im Weißen Haus. US-Präsident Trump besteht darauf, Grönland Teil der USA zu machen. Er begründete das wiederholt mit nationalen Sicherheitsinteressen und er warnt vor einer zu starken Präsenz Russlands und Chinas in der Arktisregion. Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatte am Mittwoch keine Lösung im Konflikt um die Besitzansprüche der USA gebracht. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen schließt eine Übernahme Grönlands durch die USA aus. "Das kommt nicht infrage. Das wollen wir weder in Dänemark noch in Grönland, und es verstößt gegen alle internationalen Regeln", sagte Rasmussen im öffentlich-rechtlichen dänischen Sender DR. "Das verletzt unsere Souveränität", fügte er hinzu.