Datum16.01.2026 00:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDie venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado überreichte US-Präsident Donald Trump ihre Nobelpreismedaille als Anerkennung für sein Engagement für die Freiheit Venezuelas. Ob Trump die Medaille annahm, bleibt unklar. Machado lobte den US-Militäreinsatz gegen ex-Präsident Maduro als historischen Schritt. Der Nobelpreis kann jedoch nicht übertragen werden, so das Norwegische Nobelinstitut. Während Machado sich mit Trump traf, äußerte sie Bedenken über die anhaltende Unterdrückung in Venezuela, während Trump neue Wahlen unterstützte, ohne einen klaren Zeitrahmen zu nennen.
InhaltVenezuelas Oppositionsführerin spricht von einer Anerkennung für Trumps "einzigartiges Engagement". Unklar ist, ob der US-Präsident die Nobelpreismedaille angenommen hat. Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihre Nobelpreismedaille nach eigenen Angaben US-Präsident Donald Trump überreicht. Damit habe sie ihre "Anerkennung für sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit" zum Ausdruck bringen wollen, sagte sie nach einem Treffen mit Trump im Weißen Haus. Sie äußerte sich aber nicht dazu, ob Trump die Medaille angenommen hat. Auch von der US-Regierung gab es dazu keine Stellungnahme. Machado hatte bereits zuvor angekündigt, den Friedensnobelpreis an Trump weitergeben zu wollen. "Was er getan hat, ist historisch. Es ist ein großer Schritt hin zu einem demokratischen Übergang", sagte die Nobelpreisträgerin mit Blick auf den von den USA geführten Militäreinsatz, bei dem der frühere Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde. Das Überreichen der Nobelpreismedaille durch Machado ist eine rein symbolische Geste. Das Norwegische Nobelinstitut hatte vergangenen Freitag mitgeteilt, dass der Preis weder übertragen noch geteilt werden könne. "Die Entscheidung ist endgültig und gilt für alle Zeiten", hieß es in einer Stellungnahme des Instituts. Trump strebt den Gewinn des Friedensnobelpreises seit seiner Rückkehr ins Amt offen an und hat dafür wiederholt geworben. Bei ihrem Treffen mit Trump sprach Machado über die Zukunft ihres Landes. Der Besuch stellte für die Oppositionsführerin ein gewisses Risiko dar. Ihr Aufenthaltsort war seit ihrer Ausreise aus dem Land im vergangenen Jahr weitgehend unbekannt, nachdem sie in Caracas kurzzeitig festgenommen worden war. Dennoch begrüßte sie später Dutzende Unterstützer, die nahe dem Weißen Haus auf sie warteten. "Wir können auf Präsident Trump zählen", sagte sie der Menge. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete Machado als "eine bemerkenswerte und mutige Stimme" für das venezolanische Volk, sagte jedoch zugleich, das Treffen bedeute nicht, dass sich Trumps Meinung über sie geändert habe. Er bleibe bei seiner Einschätzung, dass Machado kurzfristig nicht die nötige Unterstützung habe, um das Land zu führen. Trump hat Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez seine Unterstützung zugesichert. Leavitt fügte hinzu, Trump unterstütze neue venezolanische Wahlen "zur gegebenen Zeit", sagte jedoch nicht, wann er diesen Zeitpunkt für gekommen hält. Nach dem Treffen im Weißen Haus sprach Machado mit einer überparteilichen Gruppe von mehr als einem Dutzend Senatoren. Der demokratische Senator Chris Murphy sagte, Machado habe berichtet, die Unterdrückung in Venezuela sei unter der neuen Führung nicht anders als zuvor unter Maduro. Murphy bezeichnete Übergangspräsidentin Rodriguez als gewiefte Akteurin, die ihre Macht dank Trumps Unterstützung täglich festige. Er sei skeptisch, ob es zu Wahlen kommen werde.