Datum15.01.2026 23:55
Quellewww.zeit.de
TLDRVenezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hat in ihrer ersten Rede zur Lage der Nation ausländische Investitionen in die Ölindustrie gefordert und betont, dass die Einnahmen dem Gesundheitssektor und Infrastrukturprojekten zugutekommen sollen. Sie verurteilte den US-Angriff und die Festnahme von Nicolás Maduro. Rodríguez erklärte, Venezuela sei bereit, diplomatisch mit den USA umzugehen, trotz belasteter Beziehungen. Die Rede wurde mit Verzögerung ausgestrahlt, als neue politische Ära wird mehr Toleranz für Diversität in Venezuela angestrebt.
InhaltBei ihrer ersten Rede zur Lage der Nation hat Delcy Rodríguez für ausländische Ölinvestitionen geworben. Den US-Angriff und die Festnahme Maduros verurteilte sie scharf. Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hat in ihrer ersten Rede zur Lage der Nation für ausländische Investitionen in die Ölindustrie des Landes geworben. Sie rief die Abgeordneten in der Nationalversammlung dazu auf, durch Reformen den Weg dafür freizumachen. Verkäufe von venezolanischem Öl könnten dann dem Gesundheitssektor, der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und Infrastrukturprojekten zugutekommen, sagte Rodríguez. Zwar hat auch US-Präsident Donald Trump bereits für Investitionen in Milliardenhöhe plädiert, allerdings erhebt er auch Anspruch auf das Öl des südamerikanischen Landes. Er begründet dies mit der Enteignung von US-Energiekonzernen bei der Verstaatlichung der venezolanischen Öl-Industrie in den 1970er Jahren. Der US-Präsident verhängte eine Blockade gegen Öl-Tanker aus Venezuela und ließ bereits eine Reihe von Schiffen aufbringen. Der Zugang zu venezolanischem Öl für US-Konzerne ist eines der zentralen Ziele von US-Präsident Donald Trump seit der Festnahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro vor weniger als zwei Wochen. Rodríguez verurteilte den US-Angriff mit der Gefangennahme Maduros scharf. Die Beziehungen mit den USA seien schwer belastet, doch Venezuela habe keine Angst vor einer diplomatischen Konfrontation mit den USA. "Wir wissen, dass sie sehr mächtig sind. Wir wissen, dass sie eine Atommacht sind", sagte Rodríguez mit Blick auf die USA. "Wir scheuen uns nicht, ihnen diplomatisch, durch politischen Dialog, entgegenzutreten". Ihre Rede wurde in Venezuela mit Verzögerung ausgestrahlt. Rodríguez wurde als geschäftsführende Präsidentin vereidigt, nachdem US-Spezialeinheiten am 3. Januar den autoritären Staatschef Nicolás Maduro in Caracas gefangengenommen und nach New York gebracht hatten. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Erst am Mittwoch bezeichnete Trump die geschäftsführende Präsidentin Rodríguez nach einem langen Telefonat als großartige Person. Die venezolanische Übergangspräsidentin hatte zuvor bei ihrer ersten Pressekonferenz in ihrer neuen Funktion gesagt, in Venezuela beginne eine "neue politische Ära", die von einer größeren Toleranz für "ideologische und politische Diversität" geprägt sein werde.