Datum20.10.2025 15:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRIrans oberster Führer, Ajatollah Ali Khamenei, hat die Behauptungen von US-Präsident Donald Trump über die Zerstörung der iranischen Nuklearindustrie durch US-Luftangriffe als absurd zurückgewiesen. Khamenei bezeichnete diese Einmischung als unangemessen und kritisierte Trumps Verhandlungsstil. Die Beziehung zwischen Teheran und Washington bleibt angespannt, insbesondere nach dem Auslaufen des internationalen Atomabkommens und der Wiederinführung von UNO-Sanktionen gegen Iran. Die Internationale Atomenergiebehörde berichtet, dass Iran inzwischen deutlich größere Mengen an angereichertem Uran hat.
InhaltBei den spektakulären Luftschlägen im Juni soll das US-Militär Irans staatliche Nuklearindustrie zerstört haben – so stellt es Donald Trump gern dar. Irans oberster Führer weist das höhnisch zurück. Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, weist die Behauptung von US-Präsident Donald Trump zurück, die Vereinigten Staaten hätten die nuklearen Fähigkeiten Irans zerstört. "Der US-Präsident verkündet stolz, dass sie die iranische Atomindustrie bombardiert und zerstört haben. Na dann, träum weiter!", schrieb Khamenei auf X. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Teheran und Washington hatten fünf Runden indirekter Atomverhandlungen geführt, die mit dem Luftkrieg im Juni endeten, in dem Israel und die USA iranische Atomanlagen bombardierten. Wiederholt hatte Trump angegeben, während des zwölftägigen Krieges seien die iranischen Atomanlagen vollständig zerstört worden. "Trump sagt, er sei ein Deal-Maker, aber wenn ein Deal mit Zwang einhergeht und sein Ergebnis von vornherein feststeht, ist es kein Deal, sondern eher eine Zumutung und Schikane", sagte Khamenei staatlichen Medien zufolge. "Was geht es Amerika an, ob Iran über Nuklearanlagen verfügt oder nicht? Diese Einmischungen sind unangemessen, falsch und zwanghaft." Vergangene Woche hatte Trump vor dem israelischen Parlament erklärt, es wäre großartig, wenn Washington nach dem Beginn eines Waffenstillstands in Gaza zwischen Israel und der palästinensischen militanten Gruppe Hamas ein "Friedensabkommen" mit Teheran aushandeln könnte. Am Samstag war das vor zehn Jahren in Kraft getretene internationale Atomabkommen mit Iran ausgelaufen. Bemühungen der Europäer um eine neue Übereinkunft waren im Sommer gescheitert, im September wurden weitreichende Uno-Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft gesetzt. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat Iran mittlerweile eine um ein Vielfaches größere Menge an angereichertem Uran angehäuft als im Atomabkommen vereinbart. Der Westen wirft Iran vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben, was Teheran zurückweist.