Gaskraftwerke in Deutschland: Bundesregierung und EU-Kommission einigen sich auf Kraftwerksstrategie

Datum15.01.2026 19:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Bundesregierung und die EU-Kommission haben sich auf eine Kraftwerksstrategie geeinigt, die den Bau von Gaskraftwerken in Deutschland vorantreibt, um die Energieversorgungssicherheit zu stärken. Ministerin Katherina Reiche betont, dass dies ein wichtiger Schritt sei, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Geplant sind Ausschreibungen für 12 Gigawatt zusätzliche Leistung, mit Inbetriebnahme bis spätestens 2031. Alle neuen Kraftwerke sollen wasserstofffähig und bis 2045 dekarbonisiert sein. Umweltverbände kritisieren jedoch den Neubau von Gaskraftwerken.

InhaltDie EU stimmt Eckpunkten der deutschen Kraftwerksstrategie zu. Das sei ein wichtiger Schritt zur Versorgungssicherheit in Deutschland, sagt Ministerin Reiche. Bundesregierung und Europäische Kommission haben sich in Verhandlungen über den Bau von Gaskraftwerken zur Versorgungssicherheit in Deutschland grundsätzlich geeinigt. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, die Verständigung über die Kraftwerksstrategie sei ein entscheidender Schritt, um die Energieversorgung in Deutschland zu sichern und die deutsche Industrie wettbewerbsfähig zu halten.  Damit sind der Bundesregierung zunächst Ausschreibungen über zwölf Gigawatt zusätzlicher Leistung möglich. Die Vergabeverfahren sollen noch 2026 starten. Das bedeutet den Bau moderner, effizienter Kraftwerke in Deutschland, vor allem von Gaskraftwerken. Spätestens 2031 sollen die in Betrieb gehen. Die übliche elektrische Leistung eines modernen Gaskraftwerks beträgt zwischen 500 und 800 Megawatt. Alle Kraftwerke, die gemäß der Kraftwerksstrategie entstehen, sollen wasserstofffähig sein und bis spätestens 2045 vollständig dekarbonisiert werden.  Das EU-Beihilfeverfahren sei mit der Grundsatzeinigung noch nicht abgeschlossen, teilte das Ministerium mit. Die Kraftwerksstrategie müsse nach Vorlage des Gesetzentwurfs von der Europäischen Kommission noch beihilferechtlich genehmigt werden.  Die Bundesregierung plant mit der Strategie, den Bau von Kraftwerken mit mehreren Milliarden Euro zu fördern, vor allem in Süddeutschland. Unternehmen hatten bislang wenig investiert. Sind Gaskraftwerke vor allem dafür vorgesehen, Schwankungen in der Energieversorgung auszugleichen, werden sie nur wenig ausgelastet. Das macht es schwieriger, sie profitabel zu betreiben. Gaskraftwerke sollen Deutschland über den schrittweisen Kohleausstieg sowie Dunkelflauten hinweghelfen – also Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD angekündigt, bis 2030 den Bau von bis zu 20 Gigawatt an Gaskraftwerksleistung bis 2030 anreizen zu wollen. Umweltverbände kritisieren den Bau neuer Gaskraftwerke.