Trauerzug durch Havanna: Kuba empfängt in Venezuela getötete Soldaten

Datum15.01.2026 18:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Havanna wurden die sterblichen Überreste von 32 kubanischen Sicherheitsbeamten, die bei einem US-Militäreinsatz in Venezuela getötet wurden, mit einem Trauerzug geehrt. An der Zeremonie nahmen Präsident Miguel Díaz-Canel und Raúl Castro teil. Die Soldaten waren auf Bitten Venezuelas in das Land entsandt worden. Der US-Einsatz führte zur Festnahme von Nicolás Maduro und seiner Frau. Kuba steht aufgrund des Einsatzes und der Wirtschaftskrise unter Druck, insbesondere in Bezug auf die Ölversorgung aus Venezuela.

InhaltDutzende kubanische Sicherheitsbeamte sind im Zuge der US-Militäraktion in Venezuela getötet worden. Ihre Überreste sind nun in Havanna angekommen. Die Soldaten wurden mit einem Trauerzug durch die Hauptstadt geehrt. Knapp zwei Wochen nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind die sterblichen Überreste der 32 dabei getöteten kubanischen Sicherheitsbeamten in ihrer Heimat eingetroffen. Am internationalen Flughafen der Hauptstadt Havanna wurden die mit kubanischen Flaggen bedeckten Urnen mit militärischen Ehren empfangen. An der Zeremonie nahmen Präsident Miguel Díaz-Canel und der frühere Staatschef und Revolutionskämpfer Raúl Castro teil, wie im staatlichen Fernsehen zu sehen war. Die Urnen wurden aus einem Flugzeug getragen und auf die offenen Ladeflächen von sechs Militärfahrzeugen gestellt. Anschließend fuhren Soldaten in weißen Galauniformen sie für eine weitere Trauerfeier zum Ministerium der Revolutionären Streitkräfte. Entlang der Straßen hatten sich Kubaner mit Fahnen versammelt, um Abschied zu nehmen. Die getöteten kubanischen Soldaten und Sicherheitsbeamten waren bei dem US-Einsatz in Venezuela am 3. Januar ums Leben gekommen. Kubas Regierung bezeichnet sie als Märtyrer. Bei dem Einsatz, bei dem laut der Regierung in Caracas mindestens 100 Menschen ums Leben kamen, wurden Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores von US-Elitesoldaten gefangen genommen und nach New York gebracht. Dort soll ihnen wegen angeblicher Drogendelikte der Prozess gemacht werden. Laut der regierenden Kommunistischen Partei Kubas waren die Kubaner auf Bitten der venezolanischen Behörden in das südamerikanische Land entsandt worden. In Venezuela waren Kubaner laut Experten seit Jahren für die persönliche Sicherheit Maduros verantwortlich und sorgen in den Reihen der Streitkräfte für Disziplin. Nach dem Angriff auf Venezuela steht Kuba unter zunehmendem Druck. US-Präsident Donald Trump warnte die sozialistische Regierung: "Ich empfehle dringend, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST". Es war unklar, welche Art von "Deal" er meinte. Die Karibikinsel steckt in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution von Fidel Castro 1959. Unter anderem mangelt es an Treibstoff. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela nun dauerhaft unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen. War Venezuela nur der Anfang? Welches Verhältnis Kuba, Nicaragua oder Panama zu den USA haben – und was diese Länder nun befürchten – lesen Sie hier  .