Zeichen gegen US-Ansprüche: Frankreich will Konsulat auf Grönland eröffnen

Datum14.01.2026 09:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRFrankreich plant, am 6. Februar ein Konsulat auf Grönland zu eröffnen, um die diplomatischen Verbindungen zur autonom regierten, zu Dänemark gehörenden Insel zu stärken. Außenminister Jean-Noël Barrot kritisierte die USA scharf für ihre Ansprüche auf Grönland und forderte ein Ende der „Erpressung“. US-Präsident Trump hatte zuvor die Übernahme der rohstoffreichen Insel ins Spiel gebracht. Grönlands Führung betonte, dass sie sich klar für Dänemark und gegen US-Interessen entscheidet.

InhaltHonorarkonsulate und Vertretungsbüros gibt es auf Grönland bereits einige, Paris will die diplomatischen Verbindungen zu der Arktisinsel nun ausbauen. An die USA richtet Jean-Noël Barrot deutliche Worte. Frankreich will ein Konsulat auf der autonom regierten, aber zu Dänemark gehörenden Arktisinsel Grönland ein Konsulat eröffnen. Die Vertretung solle am 6. Februar ihre Arbeit aufnehmen, sagte der französische Außenminister Jean-Noel Barrot dem französischen Sender RTL. Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte ‌Insel der Welt zu fordern, sagte Barrot. Die Pläne für das Konsulat ⁠gibt ‍es demnach seit dem vergangenen Jahr. US-Präsident Donald Trump führt unter anderem Sicherheitsinteressen der USA ‍als Begründung für die Übernahme der Insel zwischen Nordatlantik und dem Nordpolarmeer an. Den Einsatz militärischer Gewalt schloss Trump dabei nicht explizit aus. Die USA betreiben auf Grönland bereits eine Militärbasis. "Ein Angriff auf ein anderes Nato-Mitglied würde keinen Sinn ergeben, es wäre sogar gegen ​die Interessen der Vereinigten Staaten", sagte Barrot ‌mit Blick ⁠auf eine mögliche militärische Inbesitznahme Grönlands. "Und deshalb muss diese Erpressung natürlich aufhören." Grönland ist als autonomer Teil des Königreichs Dänemark auch Teil des Nato-Bündnisses. ⁠Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Kauf der riesigen, rohstoffreichen Insel gezeigt. Die Führung in Grönlands Hauptstadt Nuuk ebenso wie die in Kopenhagen weisen die Ansprüche jedoch deutlich zurück. "Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, dann wählen wir Dänemark", sagte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Frederiksen sagte, es sei nicht einfach gewesen, dem "völlig inakzeptablen Druck unserer engsten Verbündeten" standzuhalten. Frankreich, Deutschland und weitere europäische Staaten unterhalten bereits Honorarkonsulate in Nuuk. Honorarkonsuln sind in der Regel aber nicht zu allen konsularischen Amtshandlungen befugt und mitunter nicht ständig vor Ort anwesend. Die USA und Kanada unterhalten auf der Insel Konsulate, Island ein Generalkonsulat.