Steuerpolitik: Ärgert Sie die Erbschaftsteuer?

Datum14.01.2026 08:35

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Diskussion über die Erbschaftsteuer in Deutschland ist angesichts von jährlich 400 Milliarden Euro vererbtem Vermögen und einer staatlichen Einnahme von 13 Milliarden Euro im Jahr 2024 erneut entbrannt. Kritiker argumentieren, dass die Steuer zu niedrig ist und Ungleichheit fördert, während Befürworter sie als schädlich für Unternehmen und Arbeitsplätze ansehen. Die SPD plant Reformen, die jedoch auf Widerstand stoßen. Die Leser werden aufgefordert, ihre Meinungen zur Erbschaftsteuer und deren Auswirkungen zu teilen.

InhaltDer Staat kassiert, wenn Menschen ein Vermögen hinterlassen. Mussten Sie auch schon zahlen? Und finden Sie die Steuer zu hoch – oder zu niedrig? Jedes Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 400 Milliarden Euro vererbt. Im Jahr 2024 nahm der deutsche Staat rund 13 Milliarden Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer ein. Diesen Umstand kann man kritisieren, weil die Erbschaftsteuern noch zu niedrig sind. Weil die Weitergabe von Vermögen die Ungleichheit zementiert und drei Viertel der deutschen Milliardäre nach Schätzungen des Magazins Forbes ihr Vermögen geerbt haben.  Die Kritik kann man aber auch umdrehen: Die Erbschaftsteuer ist nicht zu niedrig, sondern zerstörerisch und daher noch zu hoch. Klar, wem ein Haus, Geld oder ein anderes Vermögen zufällt, möchte davon nur ungern etwas abgeben. Gegenwind kommt aber vor allem aus der Wirtschaft. Ein Beispiel: Wenn die Weitergabe von Firmenanteilen nach dem Tod eines Unternehmers besteuert wird und sich die Erbschaftsteuer in die unternehmerische Substanz hineinfrisst, dann litten darunter die Produktivität und schließlich auch die Arbeitsplätze.  Die SPD befeuert nun die Debatte mit einem noch relativ vagen Reformvorschlag – und erntet prompt Kritik. Wir wollen wissen, wie Sie auf die Erbschaftsteuer blicken: Fühlen Sie sich fair behandelt oder ärgern Sie sich darüber? Meinen Sie, die Erbschaftsteuer ist zu niedrig – etwa weil Sie selbst kein Erbe in Aussicht haben? Oder haben Sie bereits geerbt – ein Haus, eine Wohnung, ein Unternehmen, ein Stück Land – und mussten darauf Erbschaftsteuer zahlen? Inwiefern hat das Ihre Planung oder sogar Ihre familiären Beziehungen beeinflusst? Vielleicht haben Sie Ihr Vermögen auch bereits zu Lebzeiten übertragen, um Steuern zu sparen? Und umgekehrt: Wie stehen Sie dazu, wenn vermögendere Menschen Ihre Vermögensübergabe derart optimieren, dass am Ende kaum noch Steuern anfallen? Schreiben Sie uns über das Formular oder per Mail an community-redaktion@zeit.de. Ausgewählte Beiträge wollen wir auf zeit.de veröffentlichen, auf Wunsch auch anonymisiert. Unsere Leserschaft bereichert unseren Journalismus. Hier finden Sie alle Stimmen-Texte.