Datum14.01.2026 08:25
Quellewww.zeit.de
TLDRDie USA fordern ihre Bürger auf, den Iran sofort zu verlassen, während Präsident Trump seine Drohungen gegen das iranische Regime erneuert. Die Situation eskaliert, da die Staatsanwaltschaft in Teheran die Todesstrafe für festgenommene Protestierende androht. Trump appelliert an iranische Patrioten, weiter zu demonstrieren, und kündigt mögliche Unterstützung an. Diplomatische Beziehungen zwischen den USA und dem Iran bestehen nicht. Berichte über Todeszahlen während der Proteste variieren stark, einige NGOs sprechen von mindestens 2.500 Toten.
Inhalt"Verlassen Sie den Iran jetzt", heißt es in einer Mitteilung der US-Behörden an US-Bürger. Präsident Donald Trump bekräftigt seine Drohungen gegen das iranische Regime. Die US-Regierung appelliert an ihre Bürger, so schnell wie möglich aus dem Iran auszureisen. "Verlassen Sie den Iran jetzt", heißt es in einem "Security Alert" der virtuellen US-Botschaft im Iran. Es wird geraten, den Iran auf dem Landweg in Richtung Türkei oder Armenien zu verlassen. Außerdem solle man Demonstrationen meiden und achtsam bleiben. Die USA unterhalten keine diplomatischen Beziehungen mit dem Iran. Die virtuelle US-Botschaft ist eine Onlineplattform, auf der die US-Regierung Informationen für Menschen im Iran bereitstellt. US-Präsident Donald Trump hat unterdessen seine Drohungen gegen das iranische Regime bekräftigt. In einem Interview mit dem Sender CBS News sagte Trump, dass man "sehr starke Maßnahmen" ergreifen werde, wenn der Iran Demonstranten hinrichte. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Teheran angekündigt, gegen einige bei den jüngsten Protesten festgenommene "Unruhestifter" die Todesstrafe zu verhängen. In einem Post auf seiner Social-Media-Plattform wandte Trump sich an die Menschen im Iran. "Iranische Patrioten, demonstriert weiter", schrieb der US-Präsident. "Übernehmt eure Institutionen!!!" Er habe alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt, bis das sinnlose Töten von Demonstranten aufhöre. "Hilfe ist unterwegs", schrieb Trump weiter. Im CBS-Interview sagte Trump, dass es bei der Ankündigung unter anderem um wirtschaftliche Unterstützung gehe. Worin genau die Hilfe bestehe, sagte er nicht. Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen hatte Trump dem Iran schon mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht, falls Demonstranten getötet würden. Israelische und arabische Regierungsvertreter sollen Trumps Regierung nach Informationen des US-Senders NBC News nahegelegt haben, vorerst von einem Angriff auf den Iran abzusehen. Sie seien der Ansicht, dass die Führung in Teheran möglicherweise noch nicht ausreichend geschwächt ist, um durch einen US-Angriff gestürzt zu werden, berichtete der Sender. Er berief sich auf einen amtierenden und einen ehemaligen US-Regierungsvertreter, eine mit Israels Überlegungen vertraute Person sowie zwei arabische Regierungsvertreter. Trump sprach im CBS-Interview auch davon, dass es verschiedene Angaben zur Zahl der bei den Protesten getöteten Menschen gebe. "Aber es sieht so aus, dass es eine ziemlich beträchtliche Zahl sein könnte. Und das wird für sie viele Probleme bedeuten", sagte er mit Blick auf das iranische Regime. Mehrere Nichtregierungsorganisationen, die Todesfälle verifizieren, zählen bisher mindestens 2.500 Getötete. CBS berichtet von nicht näher genannten Quellen, die von mindestens 12.000 Toten ausgehen würden. Alle Nachrichten zur Situation im Iran finden Sie in unserem Liveblog.