Besuch in Ford-Fabrik: Donald Trump zeigt den Stinkefinger

Datum14.01.2026 08:19

Quellewww.spiegel.de

TLDRWährend eines Besuchs in einer Ford-Fabrik in Michigan reagierte US-Präsident Donald Trump vulgär auf einen Beschimpfung eines Arbeiters, der ihn als "Pädophilen-Beschützer" bezeichnete. Trump zeigte dem Störer den Mittelfinger und äußerte "Fuck you". Bei der späteren Ansprache sprach Trump über den wirtschaftlichen Aufschwung, missinterpretierte seine Wahlergebnisse und lobte Zölle, während Experten deren negative Auswirkungen auf Verbraucher hervorgehoben haben. Der Vorfall in der Fabrik führten zu Sorgen des Arbeiters über mögliche Jobverluste.

InhaltEigentlich wollte Donald Trump beim Besuch einer Fabrik den Arbeitern sagen, wie gut es ihnen geht. Als einer ihn beschimpft und auf die Epstein-Files anspielt, wird der US-Präsident ausfallend. US-Präsident Donald Trump hat den Schmähruf eines Werkarbeiters denkbar vulgär quittiert. Wie eine im Internet verbreitete Handyaufnahme zeigt  , formte Trump bei einem Werkbesuch zweimal deutlich mit dem Mund den Ausdruck "Fuck you" in Richtung des Störers und zeigte den Mittelfinger. Die Szene ereignete sich laut US-Medien in einer Fabrik des US-Autobauers Ford im US-Bundesstaat Michigan. Trumps Kommunikationsdirektor Steven Cheung bestätigte der "Washington Post" die Authentizität der Aufnahmen. "Ein Geisteskranker schrie in einem Wutanfall wild Flüche, und der Präsident gab eine angemessene und unmissverständliche Antwort", heißt es in einem Statement des Sprechers, das der Zeitung und weiteren US-Medien vorlag. Den Berichten zufolge beleidigte der Werkangestellte Trump als "Pädophilen-Beschützer". Befragt von der "Washington Post", bestätigte der mutmaßliche Zwischenrufer, dass sich seine Beschimpfung auf Trumps Agieren im Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bezogen habe. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Er spüre wegen des Ausrufs "definitiv keine Reue", sagte der 40-Jährige der Zeitung. Er mache sich allerdings Sorgen um die Zukunft seines Jobs und fürchte auch "politische Vergeltung", weil er Trump "vor seinen Freunden blamiert" habe. Eigenen Angaben zufolge wurde er infolge des Vorfalls von seiner Arbeit im Werk wegen laufender Ermittlungen freigestellt. Trump besuchte die Fertigungshalle eines Ford-Werks in Dearborn, wo er sich das Modell F-150 – das meistverkaufte Fahrzeug in den USA – in verschiedenen Produktionsstadien ansah. Der Präsident unterhielt sich mit Arbeitern am Fließband sowie mit dem Vorstandsvorsitzenden des Automobilherstellers, Bill Ford, einem Nachkommen von Henry Ford. "Allen US-Automobilherstellern geht es hervorragend", meinte Trump. Später hielt er eine Rede vor dem Detroit Economic Club, die sich eigentlich auf seine Wirtschaftspolitik konzentrieren sollte, aber stark abschweifte. Dazu gehörte die falsche Behauptung, den Bundesstaat Michigan bei Präsidentschaftswahlen dreimal gewonnen zu haben. Er verlor den Staat 2020 an Joe Biden. "Die Ergebnisse liegen vor, und der wirtschaftliche Aufschwung unter Trump hat offiziell begonnen", sagte der Präsident im MotorCity Casino. Er argumentierte, dass "einer der wichtigsten Gründe für diesen unglaublichen Erfolg unsere historische Anwendung von Zöllen war". Der Präsident sagte, dass Zölle "überwiegend" von "ausländischen Nationen und Zwischenhändlern" bezahlt würden. Tatsächlich werden laut Ökonomen hohe Einfuhrzölle einfach von ausländischen Herstellern an US-Verbraucher weitergegeben, was die Angst vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten verstärkt. Die Wähler sind offensichtlich besorgt über die Wirtschaftslage. Der Stopp in Michigan – seine dritte Reise in einen Swing State seit letztem Monat, um über seine Wirtschaftspolitik zu sprechen – folgte auf ein schlechtes Abschneiden der Republikaner bei den Zwischenwahlen im November in Virginia, New Jersey und anderen Bundesstaaten. Trump versprach, noch in dieser Woche ein neues Programm für bezahlbare Gesundheitsversorgung vorzustellen. Er kündigte außerdem weitere Pläne zur Verbesserung der Bezahlbarkeit im ganzen Land an – obwohl er den Demokraten vorwarf, das Thema hochzuspielen. Auch wenn er für seine Zollpolitik warb, hat Trump in Bezug auf den Automobilsektor tatsächlich von Einfuhrzöllen Abstand genommen. Der Präsident hatte ursprünglich Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Automobile und Autoteile angekündigt, diese jedoch später gelockert, weil heimische Automobilhersteller über steigende Produktionskosten klagten.