Fernsehen: Aufrüttelndes True-Crime-Drama: "Die Verteidigerin"

Datum14.01.2026 07:49

Quellewww.zeit.de

TLDRDie neue ARD-Krimireihe "Die Verteidigerin" mit Andrea Sawatzki als Anwältin Lou Caspari beschäftigt sich in der Folge "Der Fall Nicola" mit dem Verschwinden einer Frau und den Auswirkungen des True-Crime-Trends. Lou setzt sich für die verzweifelten Angehörigen ein, während die Polizei zögert. Die Geschichte beleuchtet den Druck durch soziale Medien und die Schwierigkeiten, die Angehörige in solchen Fällen durch öffentliche Spekulationen erfahren. Der dramatische Plot wird von Regisseur Lars-Gunnar Lotz nach einem Buch von Magnus Vattrodt umgesetzt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fernsehen“. Lesen Sie jetzt „Aufrüttelndes True-Crime-Drama: "Die Verteidigerin"“. Es ist eine vielversprechende Krimireihe, die die ARD jüngst ins Programm genommen hat: "Die Verteidigerin" mit der wunderbar wandelbaren Andrea Sawatzki in der Hauptrolle. Die Schauspielerin überzeugt auch in der zweiten Folge - mit dem Untertitel: "Der Fall Nicola" - als mitfühlende Anwältin Lou Caspari aus Freiburg. Der Plot ist hochaktuell. Es geht um True-Crime-Formate und welche Auswüchse deren Boom haben kann. Das Erste zeigt "Die Verteidigerin - Der Fall Nicola" heute um 20.15 Uhr. In der Mediathek ist der Film bereits vorab abrufbar. In der ersten Folge war die Anwältin einer Psychopathin auf den Leim gegangen, ist manipuliert worden und hätte fast ihre Reputation verloren. Ein fesselnder Psychothriller, der den Zuschauern die neue Protagonistin zugleich vorstellte: Lou Caspari lebt getrennt von ihrem Ehemann, mit dem sie sich aber weiterhin die Kanzleiräume teilt, und der ihr Vertrauter ist. Sie kämpft mit vollem Einsatz für ihre Mandanten. Freiburg-typisch fährt sie mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. Die zweite Folge knüpft hier nicht direkt an, sondern spielt vor allem im malerischen Schwarzwald. Caspari wird von einem Freund aus Studienzeiten um Hilfe gebeten. Dessen Frau ist von einem Spaziergang mit dem Hund nicht zurückgekehrt. Regisseur Lars-Gunnar Lotz entwickelt nach einem Buch von Drehbuchautor Magnus Vattrodt eine Geschichte, die mehr Drama ist als Krimi. Nicola Schmidberger ist samt Hund Anton spurlos verschwunden. Ihr Mann Benno (Andreas Döhler) und Tochter Jasmin (Mariella Aumann) machen sich Sorgen. Mit Freunden suchen sie im Wald. Benno und Jasmin sind verzweifelt, weil die Polizei nichts unternimmt. Schließlich sei Nicola eine erwachsene Frau und dürfe sich aufhalten, wo sie wolle. Lou Caspari schaltet sich ein, nimmt die Sorgen der Familie ernst, stellt Fragen und lässt bei der Polizei nicht locker. Das geht Kriminalkommissar Kröber (Henning Flüsloh) ziemlich auf die Nerven. Doch Casparis Hartnäckigkeit bringt schließlich Ermittlungen in Gang. Jasmin geht das alles zu langsam. Eigenmächtig verbreitet sie einen Suchaufruf auf Social-Media. Damit tritt sie ungewollt eine Welle los, die Caspari und die Polizei kaum stoppen können. Blogger und Hobby-Ermittler wittern eine spannende True-Crime-Story, sie spekulieren, verbreiten Gerüchte oder machen sich im Wald auf die Suche nach Nicola. Konkrete Hinweise gibt es kaum. Lediglich das Auto von Nicola wird im Wald gefunden - mit eingeschlagenen Scheiben und ohne Spur von Nicola und Anton. Ein Suchhund wird angesetzt, kommt aber nicht sehr weit. Das öffentliche Interesse steigert sich parallel zur Verzweiflung von Benno und Jasmin. Die beiden machen sich gegenseitig Vorwürfe. Unklar ist, welche Rolle Nicolas Ex-Mann und Vater von Jasmin spielt. Lou Caspari versucht zu vermitteln und die Wogen zu glätten. Dann kommt eine Geschichte aus Bennos Vergangenheit ans Licht und seine Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Er gerät nun in den Fokus der Ermittler. Der Film setzt sich mit dem True-Crime-Trend auseinander, zeigt, zu welcher Belastung Diskussionen im Netz für die Angehörigen werden können - für die der Vorfall eben kein vergnügliches Rätselraten ist, sondern bitterer Ernst. © dpa-infocom, dpa:260114-930-541715/1