Geplantes Treffen von Trump und Putin: Selenskyj fordert 25 Patriot-Flugabwehrsysteme

Datum20.10.2025 16:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRUkrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert 25 US-Patriot-Flugabwehrsysteme zur Stärkung des ukrainischen Schutzes gegen russische Luftangriffe. Nach seinem USA-Besuch äußerte er sich auch kritisch zu einem geplanten Trump-Putin-Treffen in Budapest und zweifelte an dessen Nutzen. Zudem bereitet die Ukraine den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern vor, um militärische Angriffe tief in Russland zu ermöglichen. Russland hat zuletzt verstärkt zivile Infrastruktur in der Ukraine angegriffen, während die Ukraine ihre eigenen Angriffe auf russische Ziele intensiviert hat.

InhaltDer ukrainische Präsident möchte sein Land stärker gegen russische Luftangriffe sichern. Auch zum geplanten Treffen zwischen Trump und Putin nahm Selenskyj Stellung und kritisierte Budapest als ungeeigneten Ort dafür. Für die Verteidigung der Ukraine gegen russische Luftangriffe hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach seinem Besuch in den USA 25 Patriot-Flugabwehrsysteme gefordert. Die US-amerikanischen Patriot werden von Kyjiw als die effektivsten Systeme angesehen, um russische ballistische Raketen zu stoppen. "Das sind 25 Systeme, die wir brauchen", sagte Selenskyj. Demnach bereite die Ukraine einen Vertrag zum Kauf der Systeme vor, sie sollen über einen Zeitraum von mehreren Jahren geliefert werden. Bei Gesprächen mit Trump und Waffenproduzenten in den USA vor wenigen Tagen hatte Selenskyj die Notwendigkeit entschlossener Schritte gegenüber Moskau unterstrichen. Die ukrainische Regierung hatte sich seit Längerem bei der US-Regierung um Tomahawk-Marschflugkörper bemüht. Tomahawks würden Kyjiw Angriffe tief in russischem Gebiet ermöglichen. Kurz vor dem Treffen hatte Trump mit Wladimir Putin telefoniert und später eine Lieferung der Marschflugkörper an die Ukraine aber vorerst abgelehnt. "Meiner Meinung nach will er keine Eskalation mit den Russen, bevor er sich mit ihnen getroffen hat", sagte Selenskyj später. Der Staatschef äußerte zudem seine Bereitschaft, an einem angekündigten Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Budapest teilzunehmen. "Wenn ich nach Budapest eingeladen werde (...), werden wir uns auf das eine oder andere Format einigen", sagte Selenskyj. Dabei könne es sich entweder um ein Treffen zu dritt handeln, oder jeweils um separate Zweier-Treffen zwischen Trump und Putin sowie Trump und ihm. Der ukrainische Präsident kritisierte zugleich die Wahl der ungarischen Hauptstadt Budapest als Ort für das Treffen. "Ich glaube nicht, dass ein Ministerpräsident, der die Ukraine überall blockiert, etwas Positives für die Ukrainer tun oder auch nur einen ausgewogenen Beitrag leisten kann", sagte Selenskyj in Bezug auf den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine verstärkt, Tausende Menschen sind vor dem Wintereinbruch ohne Strom und Heizung. Im Gegenzug hat die Ukraine ihre Angriffe auf die westlichen Grenzregionen Russlands sowie auf russische Öl- und Gasanlagen intensiviert.