Migration: Alice Schwarzer wertet Merz-Äußerung nicht als rassistisch

Datum20.10.2025 16:26

Quellewww.zeit.de

TLDRAlice Schwarzer bewertet die Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz über das "problematische Stadtbild" nicht als rassistisch, kritisiert jedoch seine unklare Formulierung. In einem Kommentar auf der Website von "Emma" fragt sie, warum Merz nicht klar anspreche, dass die Präsenz junger Männer aus anderen Ländern für Unruhe sorgt. Sie thematisiert die Arbeitslosigkeit dieser Männer und plädiert dafür, ihnen Perspektiven zu bieten, anstatt sie allein negativ zu beurteilen. Merz verteidigte seine Aussagen zur Migrationspolitik erneut.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Migration“. Lesen Sie jetzt „Alice Schwarzer wertet Merz-Äußerung nicht als rassistisch“. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hält die "Stadtbild"-Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz nicht für rassistisch. "Ist das "problematische Stadtbild" wirklich rassistisch? Ich meine: Nein!", schrieb die 82-Jährige in einem Kommentar auf der Website ihrer Zeitschrift "Emma". Allerdings kritisierte sie, dass Merz sich nicht klarer ausgedrückt habe. "Da schwurbelt einer, der die Dinge nicht beim Namen nennen will, um keinen Ärger zu kriegen", hielt sie ihm vor. "Und nun hat er den Ärger trotzdem."  Sie frage sich, warum der CDU-Chef nicht einfach ausspreche, dass es die vor allem in kleineren Städten herumstehenden "Fremden" seien, durch die sich Einheimische beunruhigt fühlten. "Dieselben jungen Männer tun das übrigens auch in ihren Herkunftsländern, in Algier oder Casablanca. Sie hängen rum, machen Unsinn bis Kriminelles oder Frauen an. Denn sie haben zu viel Zeit, weil sie arbeitslos sind."  In der Hoffnung, Arbeit zu finden, seien sie nach Europa gegangen, fänden jedoch auch hier keine Arbeit, dürften oft noch nicht einmal arbeiten. Kritiker sollten besser dazu beitragen, diesen jungen Männern Arbeit zu verschaffen. "Und sie sollten sie nach den gleichen Kriterien beurteilen wie Jungmänner-Banden mit blonden Haaren und blauen Augen." Merz hatte am vergangenen Dienstag in Potsdam gesagt, die Bundesregierung sei dabei, Fehler in der Migrationspolitik zu korrigieren. "Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen." Am Vormittag verteidigte Merz diese Äußerung erneut. Wer seine Töchter frage, werde auf die Frage, was er damit gemeint habe, vermutlich "eine ziemlich klare und deutliche Antwort" bekommen, sagte er. © dpa-infocom, dpa:251020-930-185292/1