Datum14.01.2026 00:00
Quellewww.zeit.de
TLDRAußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sich nach seinem US-Besuch optimistisch über die transatlantischen Beziehungen. Er sieht umfassenden Konsens zwischen Europa und den USA, trotz bestehender Dissense, insbesondere in Fragen des Völkerrechts. Wadephul betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit in der NATO und hob hervor, dass die Themen Meinungsfreiheit und Migrationspolitik nicht thematisiert wurden. Er ermutigte dazu, an den Beziehungen zu arbeiten, um Stabilität und eine positive Zukunft zu sichern.
InhaltZum Ende seiner US-Reise plädiert Außenminister Wadephul dafür, an den transatlantischen Beziehungen zu arbeiten. Er sehe "großen Konsens" zwischen Europa und den USA. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich nach mehreren Gesprächen in Washington, D.C. zuversichtlich über die transatlantischen Beziehungen geäußert. Natürlich gebe es Dissens, "natürlich haben wir Diskussionen richtigerweise über Fragen des Völkerrechtes", sagte der CDU-Politiker zum Abschluss seines USA-Besuches. Es gebe aber sehr viel mehr Punkte, in denen Deutschland und Europa "einen großen Konsens mit den Vereinigten Staaten von Amerika haben". Neben Vertretern der Demokraten hatte Wadephul auch mehrere republikanische Politiker zu Gesprächen getroffen. "Es waren zum Teil auch harte Argumente, die ausgetauscht werden mussten, aber es war sehr viel Verständnis und sehr viel Vernunft dabei", sagte der Minister. Kein Gesprächspartner habe Vorwürfe über eine beschränkte Meinungsfreiheit in Europa oder Deutschland oder die Migrationspolitik gemacht. "Die allermeisten sind der Meinung, dass wir uns auf unsere Kernfragen miteinander konzentrieren sollten", sagte Wadephul. Dazu zähle die Verteidigung in der Nato. Er fügte hinzu, dass sich Deutschland und Europa keine Vorschriften machen ließen von anderen, "wie wir unseren Rechtsrahmen organisieren, wie wir Meinungsäußerungsfreiheit organisieren, das ist selbstverständlich". Dies sei auf viel Verständnis gestoßen. Nach Angaben aus dem Auswärtigen hatte sich Wadephul am Montag rund eineinhalb Stunden lang mit seinem US-Kollegen Marco Rubio ausgetauscht. Am Dienstag traf er unter anderem den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in der Residenz des deutschen Botschafters. Später kam Wadephul mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, den Republikanern Brian Mast, Roger Wicker und Jim Risch sowie den demokratischen Politikern Gregory Meeks und Jeanne Shaheen zusammen. Er könne alle in Deutschland und Europa "nur ermutigen, weiter hier an diesem Verhältnis zu arbeiten", sagte Wadephul. Es sei wie in allen Beziehungen. "Man muss an ihnen arbeiten, man muss sich für diese Beziehung engagieren", so der CDU-Politiker. "Und wenn man es macht, dann hat man auch jeweils eine gute Aussicht dazu, dass sie stabil bleiben und dass sie eine gute Zukunft haben."