Muslimbruderschaft: USA setzen drei Gruppen auf Terrorliste

Datum13.01.2026 21:40

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA haben Ableger der Muslimbruderschaft in Ägypten, Libanon und Jordanien als "ausländische Terrororganisationen" eingestuft. Dies führt zu Einreiseverboten und eingefrorenen Vermögenswerten für Mitglieder. US-Außenminister Marco Rubio beschuldigt die Gruppen, Gewalt auszuüben und Destabilisierung im Nahen Osten zu fördern, sowie Verbindungen zur Hisbollah zu haben. Die Entscheidung wird von Ägypten und Jordanien unterstützt, wo die Bruderschaft bereits als terroristisch gilt. Die Muslimbruderschaft wurde 1928 gegründet und war eine bedeutende Oppositionsbewegung in Ägypten.

InhaltDie Trump-Regierung stuft die Ableger der islamistischen Muslimbruderschaft in Ägypten, im Libanon und in Jordanien als verboten ein. Mit Folgen für Einreise, Vermögen und internationale Beziehungen. Die USA haben die Regionalorganisationen der islamistischen Muslimbruderschaft in Ägypten, im Libanon und in Jordanien als "ausländische Terrororganisationen" eingestuft. Damit ist Mitgliedern dieser Gruppen die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt, mögliche Vermögenswerte in den USA werden eingefroren. US-Außenminister Marco Rubio wirft den Organisationen vor, Gewalt auszuüben und zur Destabilisierung des Nahen Ostens beizutragen. Laut dem US-Außenministerium hätten sich Vertreter der Muslimbruderschaft zudem mit der von Iran unterstützten Hisbollah im Libanon verbündet, um Israel anzugreifen. Bereits Ende November hatte Präsident Donald Trump eine Anweisung unterzeichnet, die drei Untergruppen formell auf die Terrorliste setzt. Nun ergreifen das Außen- und das Finanzministerium der USA entsprechende Maßnahmen gegen die libanesische, die ägyptische und die jordanische Muslimbruderschaft. Washington erhält Unterstützung aus Kairo: Die ägyptische Regierung begrüßte die Entscheidung und sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen den Extremismus. In Ägypten ist die Muslimbruderschaft bereits seit Jahren als terroristische Organisation verboten. Auch Jordanien hat die Bewegung im vergangenen April verboten. Die 1928 in Ägypten gegründete Muslimbruderschaft entwickelte sich trotz jahrzehntelanger Repression zur einflussreichsten Oppositionsbewegung des Landes. Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Husni Mubarak gewann 2012 mit Mohammed Mursi erstmals ein Vertreter der Bruderschaft die Präsidentschaftswahl. Bereits ein Jahr später wurde Mursi jedoch vom Militär entmachtet.