Fußball-Bundesliga: Frankfurt hat Gesprächsbedarf, der VfB Deutschland drei Punkte

Datum13.01.2026 21:00

Quellewww.spiegel.de

TLDRIm Bundesligaspiel besiegt der VfB Stuttgart Eintracht Frankfurt mit 3:2 und rückt auf den dritten Tabellenplatz vor. Nach einem frühen Tor für Stuttgart glich Frankfurt aus, doch der VfB drehte das Spiel erneut. Besonders auffällig war der Debütant Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der für Frankfurt in der 80. Minute ausglich. Die Frankfurter Torwartdiskussion bleibt angespannt, während Stuttgart talentierte Spieler für das Nationalteam im Blick hat. Frankfurt könnte mit einem Sieg gegen Bremen den Abstand zu Stuttgart verringern.

InhaltGleich acht Profis aus dem Dunstkreis des DFB-Teams beginnen für Stuttgart die Partie. Bei Gegner Eintracht Frankfurt stellt sich mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab die nächste Entdeckung vor. Und im Tor kriselt es mal wieder. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Tore garantiert: Wenn Eintracht Frankfurt auf dem Bundesligaspeiseplan steht, dann werden Tore serviert. 66 Treffer fielen in den ersten 16 Saisonspielen des Teams von Dino Toppmöller. Da auch der VfB eher offensiv als defensiv denkt, schien im direkten Duell Zählbares garantiert. Bei bundesliga.de frohlockte man vorab: "Feurige Schwaben gegen explosive Adler." Und siehe da: Nach fünf Minuten schlug Ritsu Doan die Ecke, Rasmus Kristensen köpfte ins lange Eck. Treffer Nummer 67 in einem SGE-Spiel. Es sollte nicht der letzte bleiben. Ergebnis: Der VfB Stuttgart besiegt Eintracht Frankfurt 3:2 (2:1) und rückt zumindest bis Mittwochabend auf den dritten Tabellenplatz vor. Erste Hälfte: Dem frühen Führungstreffer der Gäste durch Kristensen (5. Minute) folgte ein folgenschwerer Fehler des im Winter ins SGE-Tor zurückgekehrten Kaua Santos. Eine harmlose Flanke ließ er aus den Händen gleiten, Ermedin Demirović staubte zum 1:1 ab (27.). Der VfB-Angreifer stand nach langen Verletzungsproblemen erstmals seit Oktober wieder in der Startelf. Sein Angriffskollege Deniz Undav drehte kurz darauf das Spiel. Erst ein Haken, dann ein Linksschuss ins lange Eck – 2:1 für die Gastgeber (35.). Frankfurt baute zum Ende der ersten 45 Minuten immer mehr ab. Nicht einmal ein Drittel der Zweikämpfe gewannen die Gäste. Zweite Hälfte: Nach zehn ruhigen Minuten weckte Chris Führich die Partie mit einem Schuss nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei wieder auf (57.). Im Gegenzug sorgte Ansgar Knauff mit einer Volleyabnahme an den Pfosten für Raunen bei den Fans (58.). Wieder keine zwei Minuten später schob Undav den Ball nur knapp vorbei (60.). Mit einem Schuss ins linke untere Eck markierte Ayoube Amaimouni-Echghouyab in einem unterhaltsamen Bundesligaspiel den Ausgleich (80.). Nikolas Nartey brachte den VfB mit seinem ersten Bundesligatreffer erneut in Führung (87.), bevor Torhüter Alexander Nübel zweimal den Sieg festhielt. Knick im Märchen: Der ungebremste Aufstieg von Younes Ebnoutalib von der Regionalliga bis in die Bundesliga binnen anderthalb Jahren hat einen Knacks erlitten. Hatte der 22-Jährige bei seinem Debüt am Wochenende gegen Borussia Dortmund noch direkt getroffen, so musste er in Stuttgart nach bereits 20 Minuten verletzt den Platz verlassen. Das nächste Märchen: Wenn die schöne Geschichte von Ebnoutalib ein Ende findet, dann schlagen sie in Frankfurt einfach das nächste Kapitel mit der Überschrift Amaimouni-Echghouyab auf. Im Winter war der 21-Jährige von der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim aus der Dritten Liga gekommen. Heute durfte er erstmals in der Bundesliga ran – und erzielte drei Minuten nach der Einwechslung prompt seinen ersten Treffer. VfB Deutschland: Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte heute Abend alle weiteren Termine abgesagt haben, um pünktlich vor dem Fernseher zu sitzen. Gleich acht Kandidaten fürs Nationalteam ließ VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zu Beginn ran, allesamt spannende Profis im Status "aktuell wohl eher dabei" (Undav, Nübel), "Herausforderer" (Jamie Leweling, Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller) oder "Könnten noch hereinrutschen" (Josha Vagnoman, Führich, Jeff Chabot). Ende März stehen die Nominierungen für die nächsten Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana an, beim letzten Auftritt saßen nur zwei Stuttgarter auf der Bank. Rückkehr der Torwartdiskussion: Der 22-jährige Kaua Santos war nach dem Abgang von Kevin Trapp als Nummer eins im Frankfurter Tor auserkoren. Erst war er verletzt, kam zu früh zurück, hatte unglückliche Szenen, dann hielt Vertreter Michael Zetterer sehr ordentlich. Nach der Winterpause darf der Brasilianer zurück in den Kasten – und muss erneut einen Gegentreffer auf seine Kappe nehmen. Anschließend wirkte er verunsichert, hielt allerdings in der zweiten Hälfte auch zweimal sehr stark. Genügt das den Frankfurter Ansprüchen? Statt Ruhe auf dieser Position haben sie in Frankfurt wieder Gesprächsbedarf. Wird Leweling der nächste Woltemade? Im vergangenen Sommer ließ der VfB Angebot nach Angebot für Angreifer Nick Woltemade abprallen, bis man bei einer nicht für möglich gehaltenen Summe von mehr als 70 Millionen Euro doch nachgab. Jetzt sucht Premier-League-Klub Bournemouth einen Ersatz für den zu Manchester City abgewanderten Antoine Semenyo, und erneut ist ein Stuttgarter in den Fokus geraten: Kolportierte 40 Millionen Euro für Leweling sollen dem Bundesligisten nicht genug sein für den viermaligen Nationalspieler. Knapp drei Wochen haben die Engländer noch, die 75 Millionen Euro für Semenyo anderweitig unterzubringen – oder dem VfB den nächsten Reibach zu bescheren. Abstand statt Gleichstand: Mit einem Dreier hätte Eintracht Frankfurt die 29 Punkte des VfB Stuttgart erreichen können. So sind es sechs Punkte Differenz. Um die Champions-League-Ränge weiter im Blick zu behalten, sollte die Eintracht am Freitag bei Werder Bremen (20.30 Uhr) tunlichst gewinnen. Der VfB empfängt am Sonntag den 1. FC Union Berlin (15.30 Uhr).