Datum13.01.2026 19:45
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Zahl der Apotheken in Baden-Württemberg ist im Jahr 2025 weiter gesunken, mit 66 Schließungen und nur neun Neugründungen, was die Gesamtsumme auf 2.087 reduziert. In den letzten 15 Jahren sind die Apotheken im Land um fast 25 Prozent zurückgegangen. Hauptursache sind ungünstige finanzielle Rahmenbedingungen, insbesondere stagnierende Honorare bei steigenden Kosten. Kammerpräsident Martin Braun warnt, dass die flächendeckende Arzneimittelversorgung in einer alternden Gesellschaft gefährdet ist. Auch bundesweit sind die Zahlen rückläufig, mit dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arzneiversorgung“. Lesen Sie jetzt „Zahl der Apotheken im Südwesten weiter gesunken“. Das Apothekensterben in Baden-Württemberg setzt sich fort. Im Jahr 2025 haben landesweit 66 Apotheken dauerhaft geschlossen, während nur neun neue eröffnet wurden, wie die Landesapothekerkammer mitteilte. Zum Jahresende gab es damit noch 2.087 Apotheken. In den vergangenen 15 Jahren ist die Apothekenzahl im Land demnach um fast ein Viertel gesunken. Die Gründe für die Schließungen seien vielfältig, doch insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen würden es vielen Inhabern erschweren, wirtschaftlich zu arbeiten. Das sogenannte Packungshonorar für rezeptpflichtige Medikamente sei seit 2013 nicht angepasst worden. Zugleich seien aber Personal- und Betriebskosten deutlich gestiegen. Kammerpräsident Martin Braun warnte vor den Folgen für die Versorgung: "In Zeiten einer alternden Gesellschaft ist die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln (...) vor Ort essenziell für eine sichere Gesundheitsversorgung". Aktuell sei die Versorgung zwar noch gesichert. Bei weiter sinkender Apothekenzahl könne der Versorgungsaufwand ab einem gewissen Punkt aber nicht mehr bewältigt werden. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in ganz Deutschland. Bundesweit gab es zum Jahresende 16.601 Apotheken - 440 oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. "Mittlerweile ist der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht - im Jahr 1977 gab es in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken", wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mitteilte. Die Zahlen basieren auf Meldungen der Landesapothekerkammern. Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt seit Jahren. Zu den Gründen zählen Kostendruck und Probleme bei der Nachfolgesuche, wenn Inhaber in Ruhestand gehen. Mangels Verdienstmöglichkeiten zieht es Menschen zudem in die Industrie oder Krankenhausapotheken. © dpa-infocom, dpa:260113-930-540575/1