Mehr als 40 islamische Gräber auf Friedhof in Essen beschädigt

Datum20.10.2025 16:20

Quellewww.spiegel.de

TLDRUnbekannte haben auf einer islamischen Bestattungsstätte im Essener Stadtteil Schonnebeck mehr als 40 Gräber beschädigt. Grabsteinplatten wurden umgestoßen und Bepflanzungen zerstört. Der Dachverband islamischer Gemeinden in Essen fordert besseren Schutz für die Gräber, einschließlich mehr Beleuchtung und Sicherheitskontrollen. Die Polizei ermittelt ohne Hinweise auf Verdächtige. Der Vorfall wird als Angriff auf Orte der Trauer angesehen, und der Verband appelliert an die Gesellschaft, gegen Ausgrenzung einzutreten und gegenseitigen Respekt zu fördern.

InhaltUmgestoßene Grabsteinplatten, zertretene Bepflanzung: Unbekannte haben auf einer islamischen Bestattungsstätte in Essen randaliert. Islamische Gemeinden fordern nun einen besseren Schutz ihrer Gräber. Im Essener Norden haben Unbekannte mehr als 40 Gräber auf der islamischen Bestattungsstätte des Friedhofs am Hallo im Stadtteil Schonnebeck beschädigt. Unter anderem seien Grabsteinplatten umgestoßen sowie Schilder, Laternen und Grabbepflanzung zerstört worden, teilten die Polizei und der Dachverband der islamischen Gemeinden in Essen mit. Zudem seien auf den Grabfeldern Fußabdrücke festgestellt worden, die auf das Betreten der Grabstellen hindeuteten. Laut Polizei gibt es derzeit keine Hinweise auf mögliche Tatverdächtige. Auch die Hintergründe seien unklar. Der Staatsschutz der Essener Polizei ermittelt und sucht nach Zeugen, die etwas Verdächtiges im Bereich des Friedhofs bemerkt haben. Eine Friedhofsbesucherin hatte die Polizei am Freitag alarmiert. Der Verband "Kommission Islam und Moscheen in Essen", der 22 islamische Gemeinden vertritt, zeigte sich bestürzt. Friedhöfe seien Orte der Trauerbewältigung – unabhängig von der Religionszugehörigkeit, hieß es in einer Stellungnahme  . A post shared by Kommission Islam und Moscheen in Essen (@moscheeninessen) Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Neben einer nachdrücklichen Aufklärung des Vorfalls wünsche sich die Kommission mehr und dauerhaften Schutz für religiöse Friedhöfe – etwa durch bessere Beleuchtung, regelmäßige Kontrollen und eine verstärkte Präsenz von Sicherheitsdiensten in der Nacht. Bildungseinrichtungen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten gemeinsam daran arbeiten, gegenseitigen Respekt und Verständnis zu fördern, hieß es in der Stellungnahme des Verbandes weiter. "Diese Tat zeigt, wie wichtig es ist, dass wir als Stadtgesellschaft zusammenstehen und uns geschlossen gegen jede Form von Ausgrenzung und Entweihung stellen", sagte der Vorsitzende Muhammet Balaban den Angaben zufolge. Die islamische Bestattungsstätte des Friedhofs am Hallo in Essen ist überregional bei Muslimen beliebt – unter anderem, weil die Ausrichtung der Grabfelder es ermöglicht, Tote in Richtung Mekka zu beerdigen.