Unruhen: Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Datum13.01.2026 17:43

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Iran zeigen aufgetauchte Bilder von Leichensäcken, die angeblich getötete Demonstranten zeigen, das Ausmaß der Brutalität gegen Protestierende auf. Trotz Internet-Blockaden verbreiten Aktivisten Videos, die die Situation dokumentieren. Die Unruhen, ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise, sind die heftigsten seit Jahren und haben sich zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Während die Behörden keine genauen Todeszahlen nennen, berichten Aktivisten von mehreren Hundert Opfern. Die Staatsführung bezeichnet die Demonstrierenden als Randalierer.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Unruhen“. Lesen Sie jetzt „Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen“. Aus dem weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach außen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen. Dabei soll es sich um bei den Protesten getöteten Demonstranten handeln. Die Videos ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Maß an Brutalität erreicht haben könnte. Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal "Fatnameh" kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen. Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Es sind die schwersten Unruhen im Iran seit Jahren. Die iranischen Behörden haben bislang keine konkreten Todeszahlen veröffentlicht. Die Staatsführung spricht seit Tagen von Randalierern und Terroristen, die die Massenproteste unterwandert hätten. Aktivisten sprechen bisher von mehreren Hundert Toten. © dpa-infocom, dpa:260113-930-540248/1