Datum13.01.2026 17:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRLaut einer Ifo-Umfrage erwartet jeder dritte Selbstständige in Deutschland für 2026 eine Verschlechterung seiner Geschäftslage. Besonders Soloselbstständige und Kleinstunternehmen zeigen sich skeptisch. Der Verband der Gründer und Selbstständigen mahnt an, dass die Politik kleine Unternehmen stärker unterstützen müsse, um ein massenhaftes "stilles Sterben" zu verhindern. Die Stimmung ist angespannt, und fast die Hälfte der Befragten empfindet die Kreditvergabe als restriktiv, was die wirtschaftliche Lage weiter erschwert.
InhaltKleinunternehmer gehen skeptisch ins neue Jahr. Mehr als 35 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage. Der Branchenverband der Selbstständigen warnt vor dem massenhaften stillen Sterben kleiner Unternehmen. Viele Selbstständige in Deutschland blicken pessimistisch auf das Jahr 2026. Nach Umfrage des Münchner Ifo-Instituts erwarten 35,3 Prozent der selbstständigen Unternehmer eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage im aktuellen Jahr. Nur 14 Prozent rechnen damit, dass ihre Geschäfte besser laufen werden als 2025. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (50,7 Prozent) erwartet von 2026 keine großen Veränderungen. "Die Selbstständigen starten mit mehr Sorge als Zuversicht in das neue Jahr", stellt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber fest. Die Skepsis ist bei Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen ausgeprägter als in der Gesamtwirtschaft, wo 26,1 Prozent der Unternehmen für 2026 mit einer schlechteren Geschäftslage rechnen und 14,9 Prozent mit einer besseren. Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) sieht die Politik am Zug. "Wir repräsentieren 90 Prozent der Unternehmen, acht Millionen Erwerbstätige, zehnmal so viele wie die Automobilindustrie und fühlen uns, als wären wir für diese Regierung unsichtbar", sagt der VGSD-Vorstandsvorsitzende Andreas Lutz in einer Pressemitteilung . Solo- und Kleinstunternehmen müssten endlich in den Blick genommen werden – etwa bei der Reform der Beitragsbemessung, der Aktivrente und der Förderung privater Altersvorsorge. "Sonst droht 2026 ein massenhaftes stilles Sterben kleiner Unternehmen", sagte Lutz. Kurz vor dem Jahreswechsel hat sich die Stimmung eingetrübt. Das Geschäftsklima-Barometer für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen sank im Dezember um 3,9 Punkte auf minus 23,7 Zähler, so das Ifo-Institut. Sowohl die laufenden Geschäfte als auch die Aussichten für die kommenden Monate wurden schlechter bewertet. Zugleich nahm die Unsicherheit zu: 34,3 Prozent der Befragten fiel es schwer, ihre eigene Geschäftsentwicklung vorherzusagen. Zusätzlich erschwert der Zugang zur Finanzierung die Lage. Zwar führen mit 10,9 Prozent weiterhin deutlich weniger Selbstständige Kreditverhandlungen als Unternehmen in der Gesamtwirtschaft (26,3 Prozent). Doch fast die Hälfte (47,6 Prozent) von ihnen empfindet die Kreditvergabe als restriktiv – deutlich mehr als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (35,2 Prozent). Das Ifo-Institut befragt für den Indikator in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Jimdo monatlich etwa 1700 Soloselbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Dienstleistungssektor. Von wegen Rockstars! Wie es wirklich ist, sich selbstständig zu machen, lesen Sie hier . Wie Sie mit guter Planung, dem richtigen Netzwerk und schlauer Preisgestaltung als Selbstständiger echte Freiheit und Flexibilität gewinnen können, lesen Sie hier .