Datum13.01.2026 16:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRWerder Bremen hat durch externen Hinweis erfahren, dass sie in der Wintertransferperiode weitere Spieler aus dem Ausland ausleihen dürfen, trotz früherer Annahme, dass nur sechs Leihen erlaubt seien. Diese Fehlinformation führte zur Verpflichtung des serbischen Angreifers Jovan Milošević, der als siebter Leihspieler verpflichtet wurde. Geschäftsführer Clemens Fritz räumt ein, dass es interne Missverständnisse über die Leihregeln gab. Der Klub ist derzeit Tabellenzwölfter der Bundesliga mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.
InhaltMit Jovan Milošević hat Werder Bremen kürzlich seinen siebten Leihspieler verpflichtet. Dass dies möglich ist, wussten die Verantwortlichen bis vor Kurzem nicht. Erst ein externer Hinweis half auf die Sprünge. Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat eingeräumt, bis vor Kurzem nicht gewusst zu haben, dass der Klub in der Wintertransferperiode weitere Spieler ausleihen durfte. "Es stimmt, dass wir durch einen externen Hinweis darauf aufmerksam gemacht wurden, dass weitere Ausleihen möglich sind", sagte Geschäftsführer Clemens Fritz der "Deichstube" . Der Klub hatte Anfang November öffentlich erklärt, nach sechs Sommerleihen keine zusätzlichen Spieler mehr ausleihen zu dürfen. Die Transferregeln würden dies untersagen, zumindest nahm man das in Bremen an. Ein Trugschluss: Laut aktuellen Statuten der Deutschen Fußball Liga DFL sind zwar tatsächlich nur sechs Leihen erlaubt, doch dies bezieht sich auf Leihgeschäfte mit nationalen Klubs. Zusätzliche Leihen von Fußballern ausländischer Klubs waren Bremen also gestattet. Das nutzte man beim SV Werder prompt aus: Am Montag meldete der Klub, dass man den serbischen Angreifer Jovan Milošević vom VfB Stuttgart ausgeliehen habe. Der 20-Jährige ist die siebte Leihverpflichtung nach Karl Hein (FC Arsenal), Yukinari Sugawara (Southampton), Cameron Puertas (Al Qadisiyah), Maximilian Wöber und Isaac Schmidt (beide Leeds United), sowie Victor Boniface (Bayer Leverkusen). Laut "Deichstube" kam der Hinweis vom Branchenportal "transfermarkt.de", das den Vorgang selbst in einem Podcast öffentlich machte. Dort heißt es, das Portal habe nach den Äußerungen Werders im November bei der DFL wegen der Leihregelung nachgefragt und später den Nordklub mit den Erkenntnissen für einen geplanten Artikel konfrontiert. Daraufhin habe Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder, gegenüber "transfermarkt.de" eine "interne Fehlkommunikation" eingeräumt. Bevor das Portal die Recherche veröffentlichen konnte, habe Werder der "Deichstube" von dem Irrtum berichtet. Dort erschien Mitte Dezember ein Artikel , in dem die Werder-Verantwortlichen den Fehler erklärten – ohne zu erwähnen, dass der Hinweis von außen gekommen war. Das holte der Verein nun nach. Es habe intern ein "kommunikatives Missverständnis" gegeben, sagte Fritz. Demnach habe es beim SV Werder Menschen gegeben, die über die geltenden Leihregeln Bescheid gewusst hätten, nur sei diese Information nicht bis zur sportlichen Führung durchgekommen. Wer genau diese Menschen gewesen seien, sagte Sportchef Fritz nicht. Dafür übernahm er die Verantwortung: "Der Vorfall ärgert uns sehr, denn das hätte so nicht passieren dürfen." Der Klub habe den Vorgang intern kritisch aufgearbeitet. Bremen ist nach 15 absolvierten Spielen Tabellenzwölfter. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt fünf Punkte.