Datum13.01.2026 16:30
Quellewww.zeit.de
TLDRSebastian T. und Tilo P., zwei Rechtsextremisten, wurden wegen Brandanschlägen auf Autos von Antifa-Aktivisten im Rahmen des Neukölln-Komplexes verurteilt. Beide Männer traten im Dezember 2024 ihre Haftstrafen an: T. für drei Jahre und sechs Monate, P. für zwei Jahre und zehn Monate. Ihr Rechtsmittel wurde im August 2025 verworfen. Der Fall, umfassend untersucht, ereignete sich 2018 und hat auch politische Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein Abschlussbericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses wird im Frühling erwartet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rechtsextremismus“. Lesen Sie jetzt „Nach Verurteilung zu Neukölln-Komplex: Täter in Haft“. Fast neun Jahre nach Brandanschlägen auf zwei Autos im Kontext mit dem sogenannten Neukölln-Komplex sitzen zwei Rechtsextremisten im Gefängnis. Sebastian T. (39) und Tilo P. (42) hätten ihre Freiheitsstrafen im Dezember angetreten, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Landgericht Berlin hatte die beiden Männer aus der rechtsextremen Szene - der eine war in der NPD, der andere zeitweise AfD-Mitglied - im Dezember 2024 jeweils wegen Brandstiftung und einer Reihe weiterer Taten zu Haftstrafen verurteilt. T. muss drei Jahren und sechs Monate ins Gefängnis, P. zwei Jahre und zehn Monate. Die Männer gingen ohne Erfolg gegen ihre Verurteilung vor: Das Berliner Kammergericht verwarf ihre Revisionen im August 2025. Damit endete ein jahrelanges Tauziehen um eine Serie rechtsextremistischer Straftaten in Berlin-Neukölln bei der Justiz. Erst im Sommer 2021 hatte die Generalstaatsanwaltschaft Anklage zu dem sogenannten Neukölln-Komplex erhoben, der auch über Berlin hinaus für Schlagzeilen sorgte. Das Amtsgericht Tiergarten sprach die Männer jedoch von zentralen Vorwürfen der Anklage frei. Die Generalstaatsanwaltschaft akzeptierte dies nicht und ging in Berufung, so dass das Landgericht Berlin den Fall überprüfte. Anders als die erste Instanz sahen die Richter genügend Beweise dafür, dass die Männer Februar 2018 Brandanschläge auf zwei Autos verübten. Die Autos gehörten Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzten. Mit den rechtsextremen Brandanschlägen, Hass-Parolen und Bedrohungen in Neukölln beschäftigt sich auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Befragung von Zeuginnen und Zeugen ist inzwischen abgeschlossen. Der Abschlussbericht wird im Frühling erwartet. © dpa-infocom, dpa:260113-930-539807/1