Datum20.10.2025 15:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRWegen eines Zoll- und Drogenstreits hat Kolumbien seinen Botschafter aus den USA zurückgerufen. US-Präsident Trump beschuldigt Kolumbien, im Drogenhandel aktiv zu sein, und hat kürzlich militärische Angriffe auf mutmaßliche Drogenschiffe angeordnet, bei denen zahlreiche Menschen starben. Diese Eskalation führte zu wachsenden Spannungen zwischen Washington und Bogotá. Trump hat zudem angekündigt, Zölle zu erhöhen und US-Finanzhilfe einzustellen. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hatte die Angriffe und Trumps Äußerungen als beleidigend und inakzeptabel kritisiert.
InhaltDonald Trump lässt immer wieder Boote in der Karibik angreifen, die angeblich Drogen in die USA schmuggeln. Er bezichtigt Kolumbien, Teil des illegalen Handels zu sein. Dessen Präsident reagiert mit diplomatischen Mitteln. Kolumbien zieht nach den Angriffen des US-Militärs auf mutmaßliche Drogenschiffe Konsequenzen: Der Botschafter in den USA sei abgezogen worden, teilt das kolumbianische Außenministerium mit. "Daniel Garcia-Pena, Botschafter Kolumbiens in den Vereinigten Staaten von Amerika, wurde von Präsident Gustavo Petro zu Konsultationen zurückgerufen und befindet sich derzeit in Bogotá", erklärte das kolumbianische Außenministerium. "In den kommenden Stunden wird die nationale Regierung über die getroffenen Entscheidungen informieren." US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Zölle für Kolumbien zu erhöhen und alle Zahlungen an das südamerikanische Land einzustellen. Hintergrund ist ein Streit, der auf Angriffe des US-Militärs auf Schiffe zurückgeht, die angeblich Drogen transportierten. Trump hatte vor einigen Wochen Kriegsschiffe in die Karibik entsandt: Die US-Schiffe griffen mehrfach kleine Boote an, die angeblich Drogen transportierten. Dabei wurden insgesamt mehr als zwei Dutzend Menschen getötet. Trump bezeichnete den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro am Sonntag als "illegalen Drogenboss", eine Anschuldigung, die Petros Regierung als beleidigend empfand. Trumps Äußerungen über Drogenhändler markierten einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Washington und Bogotá, das Trump der Komplizenschaft im illegalen Drogenhandel bezichtigt. Petro hatte gegen die Angriffe des US-Militärs protestiert, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden und durch welche die Spannungen in der Region verschärft wurden. Auch viele Rechtsexperten und Menschenrechtsaktivisten haben die Militäraktionen verurteilt. Trump sagte, die US-Finanzhilfe für Kolumbien werde eingestellt und Details zu den neuen Zöllen würden am Montag bekannt gegeben, aber es war unklar, auf welche Finanzmittel sich Trump bezog. Kolumbien gehörte einst zu den größten Empfängern von US-Hilfe in der westlichen Hemisphäre, doch der Geldfluss wurde in diesem Jahr durch die Schließung von USAID, dem humanitären Arm der US-Regierung, plötzlich eingeschränkt. Kolumbien zahlt derzeit zehn Prozent Zölle auf die meisten Exporte in die Vereinigten Staaten, das von Trump für viele Länder festgelegte Basisniveau.