USA: Trump-Sondermittler Jack Smith bekommt öffentliche Anhörung

Datum13.01.2026 08:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer frühere Sondermittler Jack Smith wird am 22. Januar im US-Kongress öffentlich zu den Ermittlungen gegen Donald Trump wegen Wahlbetrugs und Verschwörung befragt. Die Verfahren wurden eingestellt, nachdem Trump 2024 wiedergewählt wurde. Smith soll seine Anklage verteidigen, die mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 und den schwerwiegenden Vorwürfen gegen Trump verbunden war. Er plant, sich der kritischen Befragung durch Trumps Republikaner zu stellen, während den Demokraten Raum für Unterstützung gewährt wird.

InhaltJack Smith hat gegen Donald Trump wegen Wahlmanipulation und Verschwörung ermittelt, beide Verfahren wurden eingestellt. Nun darf er sich im US-Kongress öffentlich über seine einstigen Klagen äußern. Bisher konnte der frühere Sonderermittler Jack Smith nicht viel zu seinen Ermittlungen gegen Donald Trump sagen. Das soll sich nun ändern. Der Jurist bekommt die Chance, seine einstige Anklage gegen den heutigen US-Präsidenten wegen Wahlbetrugs öffentlich zu verteidigen. Er soll sich am 22. Januar Fragen von Abgeordneten im Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses stellen, wie dessen Vorsitzender Jim Jordan ankündigte. Smith hatte gegen Trump ermittelt, als Joe Biden Präsident war. Es ging um versuchten Wahlbetrug und Verschwörung im Zusammenhang mit dem Sturm seiner Anhänger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Es handelte sich um die schwerwiegendsten Vorwürfe gegen Trump. Im Falle einer Verurteilung hätte eine jahrzehntelange Haftstrafe gedroht. Smith überarbeitete die Anklage im Sommer 2024, nachdem das Oberste Gericht US-Präsidenten weitreichende Immunität für Amtshandlungen bescheinigt hatte. Nach Trumps Wiederwahl 2024 wurde die Anklage fallengelassen  . Trump und seine Verbündeten bei den Republikanern hatten die Ermittlungen als politische Verfolgung abgetan. Wenige Tage vor der Amtseinführung von Trump gab Smith sein Amt ab. Er kam damit einer Ankündigung des Politikers zuvor, Smith im Falle eines Wahlsiegs "binnen zwei Sekunden" zu entlassen. In einem früheren Bericht hatte sich Smith überzeugt gezeigt, dass Trump nur durch dessen Wiederwahl eine Verurteilung wegen Wahlbetrugs nach der Präsidentenwahl 2020 erspart geblieben sei. Im Dezember konnte Smith sich zudem bereits hinter verschlossenen Türen äußern. In einer mehrstündigen Anhörung vor dem Justizausschuss verteidigte er damals seine Untersuchung. Berichten zufolge hatte der frühere Sonderermittler zudem darauf gedrängt, sich auch öffentlich äußern zu dürfen. Die Gelegenheit dazu wird ihm nun gewährt. Solche Anhörungen verlaufen oft auf Partei-Linie. Smith muss sich entsprechend darauf einstellen, von Trumps Republikanern kritisch hinterfragt zu werden, während ihm Abgeordnete der Demokraten Raum für Erklärungen zu seinen Ermittlungen geben dürften.