Datum13.01.2026 07:16
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Nordrhein-Westfalen haben Warnstreiks an mehreren Unikliniken begonnen, initiiert von der Gewerkschaft Verdi. Diese führen voraussichtlich zu Absagen von erheblichem Umfang geplanter Operationen; an der Uniklinik Köln könnten zwei Drittel der Eingriffe ausfallen. Verdi strebt mit den Arbeitsniederlegungen, die auch Bonn und Essen betreffen, eine Erhöhung der Gehälter für 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst um sieben Prozent oder mindestens 300 Euro monatlich an. Die nächste Verhandlungsrunde findet im Januar statt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Auswirkungen auf Patienten“. Lesen Sie jetzt „Warnstreiks an mehreren Unikliniken gestartet“. An mehreren Unikliniken Nordrhein-Westfalens haben Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi begonnen, die zum Ausfall eines großen Teils der geplanten Operationen führen dürften. "Es ist losgegangen, die Streikbereitschaft ist groß", sagte ein Verdi-Sprecher am frühen Morgen an der Düsseldorfer Uniklinik. Ein Verdi-Sprecher am Kölner Universitätsklinikum sagte, dass die ersten Hundert Streikenden da seien. Im Frühdienst der Kölner Klinik dürften nach seiner Schätzung circa 400 Mitarbeitende die Arbeit niederlegen. Verdi NRW geht davon aus, dass an der Uniklinik Köln zwei Drittel der Operationen am Dienstag entfallen könnten und es erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe geben werde. Über eine Notdienstvereinbarung ist aber gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. An der Uniklinik Bonn rechnet Verdi damit, dass die Hälfte der Operationen am Dienstag entfallen könnte. Auch an der Uniklinik Düsseldorf geht Verdi davon aus, dass viele OP-Mitarbeiter dem Aufruf folgen. Bei den zweitägigen Arbeitsniederlegungen geht es neben dem Standort Köln auch um Bonn und Essen. An der Uniklinik Düsseldorf ist hingegen nur ein eintägiger Warnstreik an diesem Dienstag geplant. Es geht um Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist. Mit den Warnstreiks möchte Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde ist am 15. und 16. Januar in Potsdam angesetzt. Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte dies bisher als unbezahlbar ab. © dpa-infocom, dpa:260113-930-536249/1