Datum20.10.2025 15:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRIrans oberster Führer, Ajatollah Khamenei, hat die Aussagen von US-Präsident Donald Trump über die Zerstörung der iranischen Nuklearindustrie durch Bombardierungen im Juni zurückgewiesen. Khamenei betont, dass Trumps Berichte über die vollständige Zerstörung der Atomanlagen übertrieben sind und kritisiert die US-Einmischung in Iran. Das im September wieder in Kraft getretene Uno-Sanktionen und das gescheiterte Atomabkommen lassen die Spannungen zwischen Teheran und dem Westen weiter wachsen, während die IAEA von einem Anstieg angereicherten Urans berichtet.
InhaltIm Juni haben Israel und die USA iranische Atomanlagen bombardiert. Donald Trump behauptet seitdem, die staatliche Nuklearindustrie sei dadurch zerstört worden. Irans oberster Führer weist das höhnisch zurück. Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, weist die Behauptung von US-Präsident Donald Trump zurück, die Vereinigten Staaten hätten die nuklearen Fähigkeiten Irans zerstört. "Der US-Präsident verkündet stolz, dass sie die iranische Atomindustrie bombardiert und zerstört haben. Na dann, träum weiter!", schrieb Khamenei auf X. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Teheran und Washington hatten fünf Runden indirekter Atomverhandlungen geführt, die mit dem Luftkrieg im Juni endeten, in dem Israel und die USA iranische Atomanlagen bombardierten. Wiederholt hatte Trump angegeben, während des zwölftägigen Krieges seien die iranischen Atomanlagen vollständig zerstört worden. "Trump sagt, er sei ein Deal-Maker, aber wenn ein Deal mit Zwang einhergeht und sein Ergebnis von vornherein feststeht, ist es kein Deal, sondern eher eine Zumutung und Schikane", sagte Khamenei staatlichen Medien zufolge. "Was geht es Amerika an, ob Iran über Nuklearanlagen verfügt oder nicht? Diese Einmischungen sind unangemessen, falsch und zwanghaft." Vergangene Woche hatte Trump vor dem israelischen Parlament erklärt, es wäre großartig, wenn Washington nach dem Beginn eines Waffenstillstands in Gaza zwischen Israel und der palästinensischen militanten Gruppe Hamas ein "Friedensabkommen" mit Teheran aushandeln könnte. Am Samstag war das vor zehn Jahren in Kraft getretene internationale Atomabkommen mit Iran ausgelaufen. Bemühungen der Europäer um eine neue Übereinkunft waren im Sommer gescheitert, im September wurden weitreichende Uno-Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft gesetzt. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat Iran mittlerweile eine um ein Vielfaches größere Menge an angereichertem Uran angehäuft als im Atomabkommen vereinbart. Der Westen wirft Iran vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben, was Teheran zurückweist.