Datum13.01.2026 07:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie US-Einwanderungsbehörde ICE berichtet von vier gestorbenen Migranten in Haftlagern innerhalb von nur zehn Tagen des Jahres 2026, darunter zwei Honduraner, ein Kubaner und ein Kambodschaner. Diese Todesfälle folgen auf einen Rekord von 30 im Vorjahr. Kritiker, wie die Menschenrechtsorganisation Detention Watch Network, fordern die Schließung der Haftanstalten. Die US-Regierung unter Donald Trump verfolgt eine harte Migrationspolitik und hat die Anzahl der Inhaftierten erhöht. Zudem gibt es landesweite Proteste nach dem erschossenen Tod einer 37-jährigen Frau durch Beamte.
InhaltDie US-Einwanderungsbehörde ICE hält etwa 69.000 Menschen in Gewahrsam. In diesem Januar sind bereits vier Männer in Haftlagern gestorben. Im vergangenen Jahr erreichten die Todesfälle eine Rekordzahl. Mit Härte setzen die US-Einwanderungsbehörden die verschärfte Migrationspolitik der USA um. Nun gab die Einwanderungsbehörde ICE Einblicke in die Zahl der Todesfälle in Haftlagern. Demnach sind in den ersten zehn Tagen des Jahres 2026 vier Migranten im Gewahrsam der Einwanderungsbehörden gestorben. Wie ICE am Montag mitteilte, ereigneten sich die Todesfälle zwischen dem 3. und 9. Januar. Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Männer aus Honduras sowie je einen aus Kuba und Kambodscha. Die Todesfälle folgen auf eine Rekordzahl von 30 Toten im Gewahrsam der Behörde im Vorjahr, was der höchste Stand seit zwei Jahrzehnten war. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump strebt eine Verschärfung der Abschiebungen an und hat die Zahl der inhaftierten Migranten erhöht. Nach ICE-Statistiken vom 7. Januar hielt die Behörde 69.000 Menschen fest. Die Menschenrechtsorganisation Detention Watch Network nannte die hohe Zahl der Todesfälle wirklich erschütternd und forderte die Schließung der Haftanstalten. Eine Stellungnahme des Heimatschutzministeriums und der ICE lag zunächst nicht vor. Den Angaben der Behörde zufolge starb ein 55-jähriger Kubaner am 3. Januar in einem Haftlager in Texas, nachdem er in Isolationshaft genommen worden war. Zwei Männer aus Honduras im Alter von 42 und 68 Jahren starben am 5. und 6. Januar in Krankenhäusern infolge von Herzproblemen. Ein 46-jähriger Mann aus Kambodscha starb am 9. Januar in einer Haftanstalt in Philadelphia an den Folgen eines schweren Drogenentzugs. ICE steht wegen seines harten Vorgehens in der Kritik. In der vergangenen Woche wurde in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota eine 37-Jährige erschossen. Der Tod von Renee Good hatte landesweite Proteste ausgelöst. Vertreter der US-Regierung warfen Good vor, sie habe versucht, den Beamten zu überfahren. Videos zeigen jedoch, dass die Frau den Wagen von dem Beamten weglenkt , als dieser schießt. Die Behörden in Minnesota leiteten Ermittlungen zu dem Vorfall ein. Zudem hat der Bundesstaat wegen des harten Vorgehens der US-Einwanderungspolizei gegen Migranten Klage gegen die Regierung von US-Präsident Trump eingereicht. Der ebenfalls von den Demokraten regierte US-Bundesstaat Illinois, der auch in den Fokus des migrationsfeindlichen Kurses Trumps geraten ist, reichte am Montag eine ähnliche Klage gegen die US-Regierung ein.