Proteste im Iran: Donald Trump kündigt Strafzölle für Irans Handelspartner an

Datum13.01.2026 01:47

Quellewww.zeit.de

TLDRDonald Trump kündigte an, dass Länder, die mit dem Iran Geschäfte machen, einen Zoll von 25 Prozent auf alle Transaktionen mit den USA zahlen müssen. Diese Maßnahme reagiert auf das Gewaltvorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Proteste im Land. Die Proteste entstanden aus der schlechten wirtschaftlichen Lage und führten zu massiven Demonstrationen gegen die Regierung. Menschenrechtsgruppen berichten von zahlreichen Toten unter den Demonstrierenden. Eine Reaktion Irans auf die Zollanweisung liegt noch nicht vor.

InhaltAlle Länder, die mit dem Iran Geschäfte machen, sollen den USA 25 Prozent Zoll zahlen. Der US-Präsident setzt diese "indirekten" Zölle nicht zum ersten Mal ein. Für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, sollen künftig US-Zölle von 25 Prozent gelten. Das kündigte Präsident Donald Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social an. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen die Massenproteste in dem Land. In Trumps kurzem Beitrag wurde zunächst nicht klar, was genau die Formulierung "Geschäfte mit dem Iran machen" umfasst.  "Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigt, einen Zollsatz von 25 Prozent auf alle Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen", schrieb Trump. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören laut der Datenbank Trading Economics China die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak. Aber auch Deutschland und andere europäische Länder handeln mit dem Iran. Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident solche "indirekten" Zölle einsetzt. Im Ukrainekrieg hatte Trump Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien im Zusammenhang mit Käufen russischen Erdöls durch das Land verhängt. Zusätzliche Zölle gegen China könnten unterdessen den Handelskonflikt zwischen der Regierung in Peking und den USA wieder aufflammen lassen. Im Oktober hatte Trump gegenüber China im Zollstreit einen versöhnlicheren Ton angeschlagen. Nach Angaben des Auswärtiges Amts hat sich das deutsch-iranische Handelsvolumen aufgrund der gegen den Iran verhängten Sanktionen in den vergangenen Jahren stark verringert. 2017 belief sich der deutsch-iranische Handel demnach auf 3,4 Milliarden Euro, bis 2019 reduzierte er sich auf die Hälfte. 2024 betrug das Außenhandelsvolumen nach Ministeriumsangaben noch rund 1,5 Milliarden Euro. Eine Stellungnahme des ​Irans zu der Zollanweisung aus den USA lag zunächst nicht vor. Trump will ‍früheren Medienberichten zufolge an diesem Dienstag mit seinen Beratern das weitere Vorgehen gegenüber dem ⁠Iran erörtern. Die Proteste im Iran hatten sich vor etwa zwei Wochen an der schlechten wirtschaftlichen Lage entzündet und weiteten sich dann zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Nach jüngsten Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights (IHR) wurden bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen die regierungskritischen Proteste bereits mindestens 648 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet, darunter neun Minderjährige. Einigen Schätzungen zufolge gebe es sogar mehr als 6.000 Tote, teilte die Organisation mit. Verfolgen Sie weitere Entwicklungen im Iran in unserem Liveblog.