Datum13.01.2026 00:35
Quellewww.zeit.de
TLDRAußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sich nach einem Treffen mit US-Amtskollegen Marco Rubio zuversichtlich über den Konflikt um Grönland. Er sieht keine Anzeichen für eine mögliche US-Militärintervention und betont die Entscheidungsgewalt Dänemarks und Grönlands. Wadephul fordert eine enge Zusammenarbeit in der Nato zur Sicherheit im arktischen Raum. Während US-Präsident Trump weiterhin die Bedeutung Grönlands betont, befürchtet er militärischen Zwang zur Kontrolle der strategisch wichtigen Insel. Wadephul reiste anschließend nach New York für Gespräche mit UN-Generalsekretär Guterres.
InhaltNach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio bekräftigt Johann Wadephul die Zusammenarbeit in der Nato. US-Präsident Donald Trump drängt auf eine Annexion. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio zuversichtlich über den Konflikt um Grönland gezeigt. "Ich habe keinen Anhaltspunkt dafür, dass das ernsthaft erwogen wird", sagte der CDU-Politiker in Bezug auf eine mögliche US-Militärintervention auf der Insel. "Ich glaube, dass es ein gemeinsames Interesse gibt, dass wir uns um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, kümmern sollten und kümmern werden." Zugleich hat er die alleinige Entscheidungsgewalt von Dänemark und Grönland bekräftigt. Wenn es um Angelegenheiten gehe, die beide beträfen, "ist es an Grönland und an Dänemark darüber zu entscheiden. Und ist es an den Menschen, die auf Grönland leben, darüber zu entscheiden", sagte Wadephul. Derzeit sei die Nato dabei, zur Sicherheit in der Arktis "noch einmal konkretere Pläne zu entwickeln", die dann mit den USA besprochen werden, sagte Wadephul und rief zur Zusammenarbeit im Bündnis auf. Er begrüße zudem anstehende Gespräche zwischen der dänischen Regierung und der US-Regierung über Grönland. Er sei zuversichtlich, dass diese "in einem freundschaftlichen und partnerschaftlichen Rahmen" geschehen würden. US-Präsident Donald Trump macht unterdessen weiterhin deutlich, dass er die offiziell zum Nato-Partner Dänemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Er verweist auf die strategische Bedeutung der Insel, eine zuletzt große Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region – und auf die Bodenschätze Grönlands. Für Beunruhigung sorgen Trumps Aussagen vor allem, weil er militärischen Zwang nicht ausschließt. Von seinem Besitzanspruch auf die Insel ließ er sich zuletzt auch durch Vorstöße der Nato-Staaten für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis nicht abbringen. An Bord der Air Force One konfrontierte eine Journalistin Trump damit, dass Großbritannien und Deutschland darüber diskutieren, wie die Nato die Arktis besser schützen könnte. Das ändere nichts an seiner Einschätzung, sagte der US-Präsident. "Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht", sagte er. Weitere Themen des Gesprächs mit Rubio waren Wadephul zufolge die Situationen im Iran, der Ukraine sowie in Venezuela. Im Anschluss an das Treffen reiste der Minister mit dem Zug nach New York, um mit UN-Generalsekretär António Guterres zu sprechen. Hintergrund ist unter anderem die Ankündigung der USA, sich aus 66 internationalen Organisationen zurückzuziehen, darunter zahlreiche UN-Organisationen.