Moldau: Präsidentin Maia Sandu offen für Wiedervereinigung mit Rumänien

Datum12.01.2026 21:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie moldauische Präsidentin Maia Sandu hat sich in einem Podcast für eine Vereinigung mit Rumänien ausgesprochen, um dem Einfluss Russlands entgegenzuwirken und die Demokratie in Moldau zu schützen. Trotz einer angestrebten EU-Mitgliedschaft bis 2030 befürworten nur etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Wiedervereinigung. Sandu kritisierte Russland für seine Einmischung in Moldaus Angelegenheiten und betonte die Notwendigkeit von Reformen für den EU-Beitritt. Moldau hat eine rumänischsprachige Mehrheit und hat eine Geschichte der Annexion durch die Sowjetunion.

InhaltBis 2030 will Maia Sandu die kleine Republik Moldau in die Europäische Union führen. Zum Schutz des Landes vor russischer Einflussnahme hält sie aber offenbar auch andere Wege für möglich. Zum Schutz der Demokratie vor Druck aus Russland: Die moldauische Präsidentin Maia Sandu hat sich für eine Vereinigung ihres Landes mit dem EU- und Nato-Mitglied Rumänien ausgesprochen. Sollte es dazu ein Referendum geben, würde sie für die Vereinigung stimmen, sagte Sandu in einem Interview für den britischen Podcast "The Rest is Politics"  . "Schauen Sie sich an, was in der Welt geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben und natürlich Russland zu widerstehen." Sandu räumte jedoch ein, dass derzeit die meisten Moldauer ihre Position nicht unterstützten. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung befürwortet eine Wiedervereinigung mit Rumänien laut Umfragen. Die Integration in die Europäische Union sei ein "realistischeres Ziel", sagte die Präsidentin. Bei der Wahl im vergangenen September wurde der prowestliche Kurs der Präsidentin bestätigt. Ihre Regierung strebt einen EU-Beitritt bis 2030 an, muss dafür jedoch ​schwierige Reformen umsetzen. Zudem sieht sich das Land erheblichem Druck ‌aus Russland ausgesetzt, ⁠das einen EU-Beitritt der Republik Moldau ablehnt. Sandu hat Russland wiederholt vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten der ehemaligen Sowjetrepublik einzumischen. Das Land hat rund 2,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit ⁠einer rumänischsprachigen Mehrheit und einer russischsprachigen Minderheit. Noch bis 2020 waren in der Republik Moldau pro-russische Sozialisten an der Macht. Die an die Ukraine grenzende Republik Moldau war ‌in der Zwischenkriegszeit Teil Rumäniens, wurde ‍aber während des Zweiten Weltkriegs von der Sowjetunion annektiert. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte sie 1991 ‍ihre Unabhängigkeit. Viele Menschen besitzen die rumänische Staatsbürgerschaft. Im Osten der Republik Moldau hat sich das überwiegend pro-russische separatistische Transnistrien abgespalten. ‍Der schmale Landstrich an der Grenze zur Ukraine wird von Russland unterstützt, gilt ​international aber nicht als unabhängiger Staat. Über die Wahl im September 2025 in Moldau, bei der das prowestliche Lager einen unerwartet eindeutigen Sieg errang trotz russischer Einflussnahme, lesen Sie hier  mehr.