Datum12.01.2026 17:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie NATO, angeführt von Generalsekretär Mark Rutte, plant eine stärkere Präsenz in der Arktis, um den Streit um Grönland und US-Präsident Trumps Annektierungswünsche zu entschärfen. Der Einsatz "Arctic Sentry" soll Sicherheitsbedenken in der strategisch wichtigen Region adressieren und wurde von mehreren Bündnisstaaten, darunter Deutschland und Großbritannien, unterstützt. Allerdings bleibt unklar, ob dieser Vorstoß Erfolg haben wird, da eine Einstimmigkeit unter den NATO-Partnern erforderlich ist. Trumps Interesse an Grönland könnte auf dessen Rohstoffreichtum abzielen.
InhaltDonald Trump will Grönland. Grönland, Dänemark und die EU wollen nicht, dass die USA die Insel annektieren. Nato-Generalsekretär Mark Rutte bringt nun eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis ins Spiel. Nato-Generalsekretär Mark Rutte setzt zur Beruhigung der Grönland-Debatte offenbar auf eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis. Man diskutiere derzeit weitere Schritte, wie man die Arktis gemeinsam sicherer machen könne, sagte Rutte bei einer Pressekonferenz zu politischen Gesprächen in Kroatien. Die Nato sei bereits im vergangenen Jahr auf Bitten der alliierten Arktis-Anrainerstaaten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island aktiver geworden und es habe gute Diskussionen gegeben. Wie die möglichen Schritte aussehen, sagte Rutte zunächst nicht. Zuvor war allerdings bekannt geworden, dass mehrere Bündnisstaaten sich für den Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) ausgesprochen haben. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden könne. Unterstützt werden die Pläne für eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis unter anderem von Deutschland und Großbritannien. Ob der Vorstoß Erfolg hat, ist allerdings unklar. Grund ist, dass Nato-Einsätze nur gestartet werden können, wenn alle Alliierten zustimmen. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob es den USA bei ihrem Interesse an der offiziell zu Dänemark gehörenden Insel Grönland vielleicht vor allem um deren Rohstoffreichtum geht. In diesem Fall dürfte ein neuer Nato-Einsatz die Grönland-Debatte nicht beenden. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wieder mehrfach deutlich gemacht, dass er die größte Insel der Erde unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf deren große strategische Bedeutung. Für Aufsehen und Beunruhigung sorgen Trumps Äußerungen vor allem, weil er bislang auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschloss, um Kontrolle über Grönland zu erlangen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.