Datum12.01.2026 15:31
Quellewww.zeit.de
TLDRMelanie Müller wurde im Berufungsprozess wegen Hitlergruß-Vorwürfen und Drogenbesitzes zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro verurteilt, eine erhebliche Reduzierung im Vergleich zu den ursprünglichen 80.000 Euro. Das Landgericht Leipzig entschied, dass die Geste während eines Konzertes nicht aus einer rechten Gesinnung heraus erfolgte. Müllers Verteidigung plädierte auf Freispruch, betonte jedoch, dass die Drogen einer Freundin gehörten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
InhaltErneut wird die Schlagersängerin Melanie Müller wegen Hitlergruß-Vorwürfen verurteilt. Die Geldstrafe im Berufungsprozess fällt aber deutlich geringer aus. Die Schlagersängerin Melanie Müller ist wegen Hitlergruß-Vorwürfen und Drogenbesitzes auch in zweiter Instanz verurteilt worden. Die 37-jährige Angeklagte habe sich zum Ende eines Konzertes durch das Publikum hinreißen lassen, mehrfach den gesteckten rechten Arm nach oben zu strecken, sagte Karen Aust, Vorsitzende Richterin am Landgericht Leipzig. Müller wurde nun zu einer Gesamtstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro (insgesamt 3.500 Euro) verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Amtsgericht Leipzig hatte Müller 2024 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie Drogenbesitzes zu einer Geldstrafe über insgesamt 80.000 Euro verurteilt, aufgeteilt auf 160 Tagessätze zu je 500 Euro. Dagegen hatte Müller Berufung eingelegt. In dem zweiten Urteil fiel die Geldstrafe geringer aus, weil das Landgericht die Einkünfte Müllers deutlich niedriger einstufte. Die Verteidigung der Schlagersängerin hatte auf Freispruch plädiert. Müller habe keine rechte Gesinnung und die Geste sei zum Anfeuern des Publikums gedacht gewesen. Die gefundenen Drogen hätten einer Freundin gehört, die sie bei einem Besuch bei Müller zurückgelassen hatte. Das Gericht glaubte dem nicht. Müller wurde im sächsischen Oschatz geboren. 2014 gewann sie die achte Staffel der RTL-Dschungelshow Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und war danach noch in zahlreichen TV-Formaten zu sehen.