Datum12.01.2026 14:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRHudson Williams und Connor Storrie, die Stars der erfolgreichen Indie-Serie "Heated Rivalry", sorgen für Aufsehen bei den Golden Globes, obwohl sie nicht nominiert sind. Die Serie über schwule Eishockeyspieler thematisiert Homosexualität im Profisport und hat in Nordamerika einen großen Hype ausgelöst. Fans, vor allem Frauen, zeigen großes Interesse und hoffen auf eine Veränderung im Sport. Die Serie spielt bei HBO Max und behandelt auch politische Aspekte, wie die Repressionen in Russland, und outenden sich heimlich schwule Sportler.
InhaltHudson Williams und Connor Storrie sind der universelle Schwarm. Die beiden Schauspieler gehen gerade mit ihrer Serie über schwule Eishockeyspieler durch die Decke. Und scherzen bei den Golden Globes übers Nacktsein. Das "Heated Rivalry"-Paradoxon hat eine der größten Bühnen der Filmindustrie erreicht. Es ging um die Auszeichnung der besten Nebendarstellerin bei den Golden Globes. Die feministische und queere Popikone Chappell Roan knallte mit "Pink Pony Club" aus den Lautsprechern. Dieser Moment, wird deutlich, soll den Frauen gehören. Warum also stehen dort zwei Männer auf der Bühne, um die Preisträgerin zu verkünden, um Erin Doherty zu würdigen? Und warum regt sich niemand darüber auf? Hudson Williams, 24, und Connor Storrie, 25, sind wohl das, was man als Shootingstars bezeichnen würde. In der Indie-Serie "Heated Rivalry" spielen sie zwei schwule Eishockeyspieler, zwei Erzrivalen, gutaussehend, durchtrainiert, die gefühlt im Fünfminutenserientakt im Bett landen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Wie gut die beiden schauspielern können, zeigte sich auch in Los Angeles: Storrie betrat angeblich nervös die Bühne, Williams versuchte, ihn zu beruhigen. Er solle tief durchatmen und sich die Menschen vorstellen, brach er ab, ohne das Wort "nackt" auszusprechen. Storrie entgegnete: "Ich weiß nicht, ob das funktioniert", denn jeder habe die beiden schon so gesehen. Zumindest fast jeder in Nordamerika, dort läuft das Spektakel nämlich bei HBO Max. Der Streamingdienst startet am Dienstag auch in Deutschland, die deutschen Fans müssen sich aber noch bis Anfang Februar gedulden, bis sie auch die (hoffentlich nicht so übersetzte) heiße Rivalität zu Gesicht bekommen, ohne sich illegaler Streamingseiten zu bedienen. Die Serie hat in Nordamerika einen regelrechten Hype ausgelöst. Klar, weil sie bewusst mit Homosexualität im Profisport spielt. Einem gesellschaftlichen Tabu also, das keines sein sollte, aber noch immer vorherrscht, wenn man sich allein die offen schwul lebenden Sportstars vor Augen hält. In den sozialen Netzwerken outen sich viele Frauen als Fans der Serie. Videos gehen viral, in denen sie, die dem Machosport eigentlich fernbleiben würden, in Eisarenen gehen, und sich wünschen, dass sich die testosterongeladenen Prügeleien in wilde Knutschereien verwandeln. Darum geht es nämlich auch in der Serie, die die Rivalität der fiktiven Teams Boston Raiders und Montreal Metros mit ihren Superstars Ilya Rozanov (Storrie) und Shane Hollander (Williams) im ebenso fiktiven Wettbewerb Major League Hockey behandelt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Angelehnt ist das alles offensichtlich an die nordamerikanische NHL: Sowohl in Boston als auch Montreal sitzen Teams mit großer Tradition. Und die Serie bekommt auch eine politische Ebene, denn Rozanov ist Russe, in seiner Heimat drohen ihm schwere Repressionen. Der Wunsch vieler Fans: Aus der Fiktion soll Wirklichkeit werden. Und tatsächlich berichtete Hudson Williams, dass sich ihm heimlich schwule Sportler anvertraut hätten, die öffentlich nicht darüber sprechen wollten – oder könnten.