Datum12.01.2026 14:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Menden wurden sechs Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren in einem verwahrlosten Zustand entdeckt. Ermittler befragen nun das Umfeld der Kinder, darunter Kontaktpersonen aus Kitas und Schulen. Die Eltern stehen unter dem Verdacht der Körperverletzung durch Unterlassen. Ein Autofahrer alarmierte die Behörden, nachdem er ein leicht bekleidetes Kind bemerkte. Die Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht, zeigen jedoch keine Anzeichen physischer Misshandlungen und befinden sich aktuell in Obhut. Zudem wird wegen Drogenbesitz ermittelt.
Inhalt"Sämtliche Kontaktpersonen" von sechs Mädchen und Jungen, die in einem anscheinend verwahrlosten Zustand in Menden entdeckt wurden, sollen befragt werden. Die Kinder wurden unterdessen getrennt von ihren Eltern untergebracht. Im Fall von sechs offenbar verwahrlosten Kindern im Sauerland soll das soziale Umfeld der Mädchen und Jungen befragt werden. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt gegen die Eltern unter anderem wegen Körperverletzung durch Unterlassen. Man werde sich bei "sämtlichen Kontaktpersonen der Kinder", in Kitas, Schulen oder auch bei Nachbarn umhören, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Man habe die Mutter inzwischen befragt, zu den Inhalten sei aber noch nichts bekannt, sagte die Sprecherin. Der Vater der Kinder sei bislang nicht bei den Ermittlern erschienen und habe sich entsprechend auch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er sei allerdings als Beschuldigter auch nicht verpflichtet, sich zu melden. Dasselbe gelte für die Mutter, sie habe sich aber zu einer Aussage entschieden, sagte die Sprecherin dem SPIEGEL. Ein Autofahrer hatte am Freitagnachmittag die Behörden alarmiert, weil in Menden bei klirrender Kälte ein zweijähriges Kind leicht bekleidet und barfuß über die Straße gelaufen war. Polizei, Stadt und Rettungskräfte trafen dann fünf weitere Kinder in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses in Menden an. Sie machten einen verwahrlosten Eindruck, Erziehungsberechtigte waren nicht vor Ort. Das älteste Kind habe dann die Mutter angerufen, die dazugekommen sei, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem SPIEGEL. Die Kinder kamen ins Krankenhaus. Den Untersuchungen zufolge sind sie altersgerecht entwickelt, es gebe keine Anzeichen für körperliche Misshandlungen, berichteten Stadt und Staatsanwaltschaft am Samstag. Das Jugendamt hatte die Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis elf Jahren wegen Verdachts auf eine Kindeswohlgefährdung getrennt von ihren Eltern untergebracht. "Die Kinder befinden sich nach wie vor in Obhut und sind altersgemäß gut untergebracht", sagte ein Stadtsprecher. Der Fall werde sorgfältig aufgearbeitet. Zum Schutz der Kinder machen die Behörden bislang keine weiteren Angaben. Da Cannabis und weitere Drogen in der Wohnung gefunden worden waren, wird zudem wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln ermittelt.