Datum12.01.2026 13:56
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Analyse zur geplanten Lithiumabbau im Osterzgebirge zeigt sowohl Chancen als auch Konfliktpotenzial. Der Abbau könnte neue Arbeitsplätze und regionale Entwicklung fördern, birgt jedoch Risiken für die Umwelt, insbesondere für Wasserhaushalt und Naturschutzgebiete. Eine Beteiligung von rund 600 Bürgern und 50 öffentlichen Stellen fand statt. Das Bergbauunternehmen plant, 2028 mit dem Bau eines Bergwerks zu beginnen und rechnet mit bis zu 1.200 Arbeitsplätzen. Die EU betrachtet Lithium als kritischen Rohstoff für die Wirtschaft.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergbau“. Lesen Sie jetzt „Lithiumabbau: Prüfung sieht Chancen und Konfliktpotenzial“. Der geplante Lithiumabbau im Osterzgebirge bietet laut einer neuen Analyse sowohl Chancen als auch Konfliktpotenzial. Einerseits bestehe die Aussicht auf neue Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche und regionale Entwicklung, informierte die Landesdirektion Sachsen zum Abschluss der Raumverträglichkeitsprüfung. Dem stünden mögliche Auswirkungen für naturnahe Quellbereiche und Fließgewässer, den Wasserhaushalt sowie nahegelegene Kur- und Erholungsorte und das Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří gegenüber. Ziel dieses Verfahrens sei es, frühzeitig Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden, erklärte Behördenchef Béla Bélafi. Rund 600 Bürgerinnen und Bürger hätten sich mit Hinweisen beteiligt, ebenso 50 öffentliche Stellen. "Das Ergebnis ist keine Entscheidung", betonte Bélafi. Zuständig für das Zulassungsverfahren sei das Oberbergamt. In Zinnwald gibt es eine Lithium-Lagerstätte, die ein Bergbauunternehmen erschließen will. Jährlich könnten zunächst etwa 1,5 Millionen Tonnen Lithium-Erz abgebaut werden. Der Rohstoff ist begehrt für Akkus in Smartphones und Computern, aber auch in Elektrofahrzeugen. Die Europäische Union wertet Lithium als kritischen Rohstoff. Darunter werden Materialien verstanden, die für die Wirtschaft große Bedeutung, aber ein hohes Versorgungsrisiko haben. Das Erz soll in Zinnwald abgebaut und in Liebenau aufbereitet werden. Für den Transport über die rund neun Kilometer lange Strecke ist eine Bandanlage vorgesehen. Wegen des geringeren Flächenverbrauchs werde nach der Raumverträglichkeitsprüfung die Variante eines Fördertunnels favorisiert, so die Landesdirektion. Insgesamt werden den Angaben nach für die Erz-Aufbereitung rund 110 Hektar beansprucht. Nach bisherigen Plänen des Bergbauunternehmens Zinnwald Lithium könnte 2028 der Bau des Bergwerkes beginnen und zwei Jahre später die Produktion anlaufen. Das Unternehmen rechnet mit bis zu 1.200 direkten und indirekten Arbeitsplätzen, darunter 300 bis 400 im Bergwerk und der Aufbereitung. © dpa-infocom, dpa:260112-930-532990/1