Wohnungsbau: Stimmung in der Wohnungsbranche deutlich verbessert

Datum20.10.2025 10:48

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich verbessert, trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Laut dem ifo Institut stieg der Geschäftsklimaindex im September auf minus 21,8 Punkte, den höchsten Stand seit August 2022. Dennoch klagen 46,7 Prozent der Firmen über zu wenige Aufträge. Die Zahl der Baugenehmigungen ist gestiegen, was durch den beschleunigten Bau-Turbo des Bundestags unterstützt wird, der Genehmigungsverfahren bis 2030 vereinfachen soll. Der Index gilt als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

InhaltDie Unternehmen im deutschen Wohnungsbau blicken weniger pessimistisch auf die eigenen Geschäftsaussichten. Die Lage bleibt aber schwierig. Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich deutlich verbessert – auch wenn die Unternehmen die Lage weiterhin als schwierig bewerten. Das geht aus dem Geschäftsklimaindex des ifo Instituts hervor. Der Index stieg im September von minus 26,4 auf minus 21,8 Punkte, wie das Institut vermeldete. Das ist demnach der höchste Wert seit August 2022.  "Der Wohnungsbau atmet etwas auf", teilte Studienleiter Klaus Wohlrabe mit. "Von einer echten Trendwende kann noch keine Rede sein – aber der Tiefpunkt scheint durchschritten." Allerdings bleibt die Auftragslage angespannt. Insgesamt 46,7 Prozent der befragten Firmen klagten darüber, dass sie zu wenige Aufträge bekämen. Das war ein Prozent mehr als im Vormonat. "Die gestiegenen Baugenehmigungen schlagen sich bislang noch nicht in den Auftragsbüchern nieder", sagte Wohlrabe. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist zuletzt gestiegen. Von Januar bis August wurden 151.200 Wohnungen in neuen wie bereits bestehenden Gebäuden bewilligt, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Das waren 6,5 Prozent oder 9.300 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieser Trend soll sich nach dem Willen des Gesetzgebers fortsetzen. Der Bundestag hat jüngst den sogenannten Bau-Turbo beschlossen. Auch der Bundesrat hat dem Gesetz inzwischen zugestimmt. Die Reform soll die Genehmigungsverfahren für Neubauten, Nachverdichtungen und Aufstockungen deutlich beschleunigen. Sie gilt befristet bis Ende 2030. Der Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Das Münchner ifo Institut befragt dafür regelmäßig deutsche Unternehmen, wie sie die gegenwärtige Geschäftslage beurteilen und wie sie auf das kommende halbe Jahr blicken.  Der Index kann Werte von 100 bis minus 100 einnehmen. Negative Werte entsprechen hierbei einer durchschnittlich negativen Bewertung der Geschäftslage und der Geschäftsaussichten.