Grönland: Trump bekräftigt US-Anspruch auf Grönland

Datum12.01.2026 06:54

Quellewww.zeit.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump bekräftigt den Anspruch auf Grönland und spricht sich für einen langfristigen Erwerb der Insel aus, um zu verhindern, dass China oder Russland die Kontrolle übernehmen. Trotz NATO-Diskussionen über Sicherheitsausbau in der Arktis bleibt er unbeeindruckt. Grönland, einst eine dänische Kolonie, ist heute weitgehend autonom, aber Dänemark entscheidet über außen- und sicherheitspolitische Belange. Der US-Außenminister empfängt den deutschen Außenminister, um über militärische Sicherheitsbeiträge in der Region zu sprechen.

InhaltDonald Trump lässt sich auch von Nato-Partnern nicht davon abbringen, Grönland für die USA zu beanspruchen. Es gehe darum, Grönland langfristig zu besitzen. Vorstöße von Nato-Partnern für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis bringen US-Präsident Donald Trump nicht von seinem Gebietsanspruch auf Grönland ab. An Bord der Air Force One konfrontierte ihn eine Journalistin damit, dass Großbritannien und Deutschland aktuell Pläne für mehr Schutz der Sicherheit in der Arktis im Nato-Rahmen diskutieren würden. Die Frage, ob das etwas an seiner Einschätzung ändere, verneinte Trump.  "Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht", sagte Trump auf Grönland bezogen. Es gehe ihm darum, Grönland langfristig zu besitzen. Einmal mehr rechtfertigte er das damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato. Mehrere Mitglieder hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Nato-Präsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen Arctic Sentry (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hatte grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte.  US-Außenminister Marco Rubio empfängt Wadephul heute in Washington, D. C. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften bei dem Termin eine wichtige Rolle spielen.