Datum12.01.2026 07:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump kündigte mögliche Gespräche mit Iran an, nachdem das Land Verhandlungen vorgeschlagen hatte. Trotz eines Gesprächsangebots bleibt Trump unentschieden und erwägt Militäraktionen. Die Proteste in Iran, ausgelöst durch den Wertverlust der Währung, haben sich auf 186 Städte ausgeweitet, mit Berichten über 544 Tote und viele Verhaftungen. Trump plant, den Protestierenden möglicherweise mit Satelliteninternet zu helfen. Die internationale Gemeinschaft, darunter Uno-Generalsekretär Guterres, fordert ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten.
InhaltIran hat den USA laut Donald Trump Verhandlungen vorgeschlagen. Der US-Präsident hatte dem Regime zuletzt mehrfach mit Eingreifen gedroht – und gab sich auch angesichts des angeblichen Gesprächsangebots unentschieden. Donald Trump liebäugelt mit Militärschlägen gegen Iran. Angesichts der Massenproteste in der Islamischen Republik hatte der US-Präsident zuletzt mehrfach mit einem Eingreifen seines Landes gedroht. Nun hat das Regime seinen Angaben zufolge um neue Verhandlungen gebeten. "Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln", sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs "Air Force One" vor Journalisten. Sie seien es leid, von den USA geschlagen zu werden, sagte er – wohl mit Blick auf die israelischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, an denen sich im vergangenen Jahr auch das US-Militär beteiligt hatte. Eine Journalistin hatte Trump im Flugzeug zunächst gefragt, ob Iran möglicherweise erneut mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln wolle. Man werde sich vielleicht mit Vertretern Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet, so Trump. Worüber Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führte er nicht aus. Trump machte zudem deutlich, dass eine US-Intervention damit für ihn noch nicht vom Tisch ist. Angesichts dessen, was in Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Vor mehr als zwei Wochen hatte der massive Wertverlust der Landeswährung in Iran zunächst einen Streik unter Ländern ausgelöst. Schnell jedoch wurden daraus Proteste, bei denen die Systemfrage im Vordergrund steht. Vergangenen Donnerstag gingen landesweit Massen auf die Straße. Das Regime ließ daraufhin das Internet blockieren. Seither dringen nur wenige Nachrichten und Bilder an die Öffentlichkeit. Diese lassen jedoch ein Blutbad vermuten. Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen auf 186 Städte ausgeweitet. 483 Demonstranten seien getötet worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10.700 Menschen seien festgenommen worden, hieß es weiter. Die Angaben der Organisation ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Der britische Sender BBC zitierte eine Quelle in Teheran am Sonntag mit den Worten: "Die Lage hier ist sehr, sehr schlimm". Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen. "Es ist wie in einem Kriegsgebiet, die Straßen sind voller Blut. Sie transportieren die Leichen in Lastwagen ab", hieß es. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen. Trump erwägt, die Demonstranten in Iran mit Satelliteninternet zu unterstützen. Er wollte noch am Sonntag (Ortszeit) mit Tech-Milliardär Elon Musk telefonieren, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt. Nach Informationen des "Wall Street Journal" ist zudem am Dienstag ein Treffen mit ranghohen Beamten geplant. Dabei soll es um mögliche Optionen gehen, darunter die Stärkung regierungsfeindlicher Online-Quellen, der Einsatz von Cyberwaffen gegen iranische Militär- und Zivilstandorte sowie weitere Sanktionen gegen die Staatsführung und Militärschläge. Es wird aber nicht erwartet, dass Trump bei dem Treffen eine endgültige Entscheidung trifft. Uno-Generalsekretär António Guterres forderte ein Ende der staatlichen Gewalt gegen die Demonstranten. Er sei "schockiert" angesichts der Berichte über die Gewalt, schrieb er auf X und forderte "maximale Zurückhaltung" der Sicherheitskräfte. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ermunterte die Demonstranten, die Proteste fortzusetzen. "An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Straßen: Das ist eure Zeit", schrieb sie in sozialen Medien. Sie rief die Staatsführung auf, den Kurswechsel einzuleiten.