Datum12.01.2026 06:05
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Feuilletonpodcast diskutiert die Rückkehr der Fortschrittsskepsis in der Science-Fiction, insbesondere durch die neuen "Frankenstein"-Verfilmungen von Guillermo del Toro. Die Diskussion beleuchtet, wie Mary Shelleys 1818 entstandener Mythos des besessenen Forschers, der einen künstlichen Menschen erschafft, Parallelen zu aktuellen Technologien wie künstlicher Intelligenz aufweist. Die Gastgeber Ijoma Mangold und Lars Weisbrod analysieren den Einfluss von Shelleys Werk auf gegenwärtige Debatten über Technologie und die häufige Warnung vor technischem Fortschritt in der Kunst.
InhaltAuch Guillermo del Toros neue "Frankenstein"-Verfilmung warnt mal wieder vor Zukunftstechnologien. Woher kommt die Fortschrittsskepsis in der Science-Fiction? Vielleicht war er nie weg, vielleicht feiern wir seine Rückkehr, fest steht jedenfalls: Frankenstein ist gerade überall. In den Buchläden stapeln sich die fürs TikTok-Publikum aufwendig gestalteten Schmuckausgaben von Mary Shelleys Literaturklassiker, auf Netflix ist Guillermo del Toros Verfilmung zu sehen, und die Wirklichkeit ist ja auch voller Frankensteine und Monster. Ein besessener, arroganter Forscher erschafft einen künstlichen Menschen aus Leichenteilen – so geht die Geschichte von 1818. Da denkt der kritische Bürger heute sofort an ChatGPT, an künstliche Intelligenz und an Silicon-Valley-Milliardäre, die den Tod abschaffen wollen. Dass sich die Kreatur, die Frankenstein da schöpft, dann als böse oder wenigstens rachsüchtig erweist, dass sie ihren Schöpfer verfolgt bis zum bitteren Ende – auf eine ähnlich düstere Prognose können auch wir uns heute schnell einigen, wo immer es um technische Neuerungen geht. Vielleicht zu schnell? In der aktuellen Folge von Die sogenannte Gegenwart sprechen Ijoma Mangold und Lars Weisbrod über den Mythos Frankenstein. Wie wurde bei Mary Shelley die Science-Fiction aus dem Geist der englischen Romantik geboren? Was bedeutet es für unsere aktuellen Debatten über Degrowth und Technologie, dass Shelley ihren Frankenstein den "modernen Prometheus" nannte? Und warum gibt es so viele Kunstwerke, die uns vor technischem Fortschritt warnen – und so wenige, die ihn feiern? Sie erreichen das Team unter gegenwart@zeit.de.