Datum12.01.2026 04:34
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Kältehilfe in Potsdam ist gut vorbereitet auf die eisigen Temperaturen und bietet Obdachlosen Unterstützung wie Schlafsäcke und warme Getränke an. Jan Kirk von Creso-Streetwork betont die Bedeutung der aufsuchen Straßenarbeit, um bedürftigen Menschen Hilfe zu bieten. Viele Obdachlose sind trotz der Kälte einigermaßen vorbereitet, jedoch gibt es auch kritische Situationen, in denen der Rettungsdienst gerufen werden muss. Die Situation in Potsdam unterscheidet sich von Berlin, da Obdachlose meist als Einzelne unterwegs sind. Kirk ruft dazu auf, nicht wegzuschauen und kleine Gesten der Hilfe zu zeigen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Obdachlosenhilfe“. Lesen Sie jetzt „Potsdamer Kältehilfe sieht sich gut vorbereitet“. Die Kältehilfe in Potsdam sieht sich trotz zuletzt eisiger Nächte gut aufgestellt. "Wir sind schon den ganzen Winter mit den Leuten in Kontakt", sagte Jan Kirk von Creso-Streetwork. Das vierköpfige Team biete den Obdachlosen Hilfe an. Das könnten unter anderem Isomatten, Schlafsäcke, Decken oder warme Getränke sein. Das Angebot der Straßensozialarbeit umfasse unter anderem die "aufsuchende Straßenarbeit", erklärte Kirk. Hierbei schaue man in der kalten Jahreszeit nach den Obdachlosen und versuche bei Bedarf, Hilfe zu leisten. Nicht immer würden die Betroffenen das wünschen, viele würden das Angebot aber dankend annehmen. Grundsätzlich sei man bei der Kältehilfe "positiv überrascht". Viele Obdachlose wirkten einigermaßen vorbereitet, sagte Kirk. Hin und wieder gebe es aber Situationen, in denen "wir aufgrund der Kälte den Rettungsdienst gerufen haben". Er und sein Team schauten, wie sich die Menschen im Gespräch verhielten. Haben die Menschen eine "Strategie" bei der Kälte? Im Zweifel müsse ein Arzt hinzugezogen werden. Die Situation in Potsdam sei nicht vergleichbar mit der in Berlin. In Potsdam gebe es keine größeren Lager und Gruppen von Obdachlosen. Viele seien als Einzelkämpfer unterwegs. Diese seien bei Kälte tendenziell eher gefährdet, so Kirk. Es gelte also höchste Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit sehe er bei vielen Bürgern, lobte Kirk. Zuletzt wurde ihm und seinem Team ein Mann, der häufig an der Breiten Straße in Potsdam sitzt, gleich zehnmal an einem Tag gemeldet. Man sei mit ihm "permanent in Kontakt". Er kenne die Angebote, führte Kirk aus. Er verzichte zum Beispiel auf die Unterkünfte der Winternothilfe wegen der Mehrbettzimmer. Es gebe durchaus Obdachlose, die in Mehrbettzimmern schlechte Erfahrungen mit anderen Zimmergenossen gemacht hätten. "Wichtig ist bei der Kälte nicht die Augen zu verschließen", sagte Kirk mit Blick auf Hilfemöglichkeiten der Bürger. Man sollte in Kontakt kommen mit den Menschen. In Verbindung mit Alkohol sei Unterkühlung schnell lebensgefährlich. "Im Zweifel sollte man immer den Rettungsdienst rufen." Insbesondere, wenn die Person keine Reaktion zeige, betonte der Straßensozialarbeiter. Häufig seien es aber die kleineren Gesten: "Manchmal ist es nur ein Kaffee oder ein Tee, oder eine Zigarette oder 5 Euro." © dpa-infocom, dpa:260112-930-530833/1