Datum12.01.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Hessen leben derzeit fast 60.000 Syrer, was etwa einem Prozent der Bevölkerung entspricht. Rund 17.193 Syrer haben nur subsidiären Schutz, da in ihrer Heimat ernsthafter Schaden droht. Innenminister Roman Poseck plant perspektivisch, Abschiebungen nach Syrien zu ermöglichen, insbesondere für die, die temporären Schutz erhalten haben. Dennoch sollen gut integrierte Syrer in Hessen bleiben dürfen. Die Diskussion über Rückkehr und Abschiebungen wird durch die CSU angestoßen, die eine Abschiebeoffensive für 2026 fordert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Syrer in Hessen“. Lesen Sie jetzt „60.000 Syrer in Hessen - Rückkehr in die zerstörte Heimat?“. Rund ein Jahr nach dem Sturz der syrischen Assad-Diktatur leben in Hessen fast 60.000 Syrerinnen und Syrer. Das teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. Damit ist ungefähr jeder 100. Einwohner des Bundeslandes Syrer. Mehr als ein Drittel, 17.193 der exakt 59.682 Syrerinnen und Syrer in Hessen, haben nur subsidiären Schutz. Dieser eingeschränkte Schutzstatus greift, wenn weder Flüchtlingsschutz noch Asylberechtigung infrage kommt, jedoch in der Heimat ernsthafter Schaden droht. Überdies wohnen laut dem Innenministerium 433 ausreisepflichtige Syrer in Hessen. Vorerst 372 sind im Jahr 2025 dem Ministerium zufolge freiwillig aus dem Bundesland ausgereist. Alle diese Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 30. November 2025. Zwei Monate vor Hessens Kommunalwahlen am 15. März bekräftigt Innenminister Roman Poseck (CDU), perspektivisch solle angestrebt werden, "wieder zu regelhaften Abschiebungen von ausreisepflichtigen Menschen auch nach Syrien zu kommen". Grundsätzlich sollten auch Syrer zurückkehren, "denen ein lediglich vorübergehender Schutz vor einer Kriegssituation gewährt wurde". Bei jungen Männern gehe es auch darum, beim Wiederaufbau mit anzupacken. Zugleich gesteht Poseck zu, in Hessen lebten auch gut integrierte Syrer etwa mit "wichtigen Positionen" in der Medizin, Einkommen und festem Aufenthaltsstatus - diese sollten hierbleiben können. In Syrien tobte von 2011 bis Ende 2014 ein grausamer Bürgerkrieg. Die CSU hat jüngst die Debatte über eine Rückkehr hiesiger syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat befeuert: 2026 müsse es eine Abschiebeoffensive geben, mit Linienflügen und auch nach Syrien und Afghanistan. © dpa-infocom, dpa:260112-930-530715/1