Donald Trump vs Jerome Powell: US-Justizministerium droht Notenbank Fed offenbar mit Klage

Datum12.01.2026 03:16

Quellewww.spiegel.de

TLDRJerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, kündigte an, dass die Fed eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten hat, das mit einer Klage droht. Powell kritisierte dies als Druck im Streit mit Präsident Trump über die Zinspolitik. Er betonte die Unabhängigkeit der Fed und ihre Orientierung an wirtschaftlichen Fakten. Trump fordert seit Langem eine aggressive Zinssenkung und stellte Powell sogar eine Klage wegen "Inkompetenz" in Aussicht. Powells Amtszeit endet im Mai, und Trump plant, einen Nachfolger zu nominieren.

InhaltJerome Powell wendet sich mit einem Video an die Öffentlichkeit: Die Fed habe eine Vorladung vom Justizministerium erhalten, erklärt der Chef der US-Notenbank – und kritisiert den Schritt mit ungewohnt deutlichen Worten. Die US-Notenbank Fed hat nach Angaben ihres Chefs Jerome Powell eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten. "Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt", sagte Powell am Sonntag (Ortszeit) in einem Video und in einer schriftlichen Erklärung. Er kündigte an  , sein Amt weiter "integer und im Dienste des amerikanischen Volkes ausführen" zu wollen. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed am Freitag die Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Offizieller Anlass der Untersuchung ist demnach eine Aussage Powells vor dem Bankenausschuss des Senats im vergangenen Juni zum 2,5 Milliarden Dollar teuren Umbau der ​Fed-Zentrale in Washington (mehr dazu hier  ). Powell sieht darin allerdings nur einen Vorwand, um den Druck ‌auf ihn ‍im Streit mit Präsident Donald Trump über die ‍Zinspolitik zu erhöhen. "Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird", so Powell. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Powells direkte Konfrontation ist eine Abkehr von seiner bisherigen Taktik. ‌Bislang hatte er es weitgehend vermieden, ‍die Äußerungen des Präsidenten direkt zu kommentieren. Trump fordert seit Langem mit Nachdruck die Senkung des Leitzinses, um die Wirtschaft in den USA anzukurbeln. Die Federal Reserve hatte diesen zuletzt in mehreren Schritten leicht gesenkt (mehr dazu hier) – das reicht dem Präsidenten allerdings nicht. In der Folge beschimpfte Trump Powell regelmäßig und sprach auch davon, ihn zu entlassen. Ob der Präsident den vom Senat bestätigten Chef der unabhängigen Notenbank tatsächlich feuern darf, ist unklar. Trump hatte erst vor wenigen Wochen eine Klage gegen Powell wegen "Inkompetenz" in Aussicht gestellt. Powells Amtszeit endet offiziell im Mai. Trump hat angekündigt, Anfang 2026 einen Nachfolger zu nominieren. Er nannte erst kürzlich zwei mögliche Kandidaten für die Nachfolge: den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh und Kevin Hassett , Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats.