Alpen: Sieben Menschen sterben bei Lawinen in Frankreich und Österreich

Datum12.01.2026 00:35

Quellewww.zeit.de

TLDRIn den französischen und österreichischen Alpen starben am Wochenende sieben Menschen durch Lawinen, die mehrere Skifahrer abseits der Pisten erfassten. Unter den Opfern war ein Brite in La Plagne und eine 58-jährige Frau in Tirol. Die Lawinengefahr bleibt hoch, Behörden warnen vor weiteren Unternehmungen abseits der Pisten. In verschiedenen Skigebieten kam es zudem zu mehreren Verletzten. Experten betonen, dass selbst geringe Schneemengen gefährlich sein können, wenn instabile Schneeschichten vorhanden sind.

InhaltIn den französischen Alpen wurden mehrere Skifahrer unter Schneemassen verschüttet, darunter ein Brite. Sie waren abseits der Piste gefahren. In Tirol starb eine Frau. Mehrere Lawinen in Skigebieten von Frankreich und Österreich haben am Wochenende sieben Menschen getötet. Die Skifahrer wurden abseits der Pisten von den Schneemassen verschüttet. Drei von ihnen starben am Samstag. Am Sonntag wurden vier weitere Tote gemeldet. In La Plagne in den französischen Alpen starb den Angaben zufolge ein Brite, als er abseits der Piste von einer Lawine erfasst wurde. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren an der Suche nach dem Mann beteiligt. Retter fanden den Mann zwar nach fast einer Stunde, konnten ihn jedoch nicht mehr wiederbeleben. Auch im nahegelegenen Ort Courchevel, ebenfalls in den Savoyen, kam für einen verschütteten Skifahrer jede Hilfe zu spät. Im Gebiet von Vallorcine, nahe der Grenze zur Schweiz, geriet außerdem ein 32-Jähriger in eine Lawine, wie Medien unter Berufung auf die Gebirgs-Gendarmerie berichteten. Der Mann sei abseits der Pisten unterwegs gewesen. Die Lawine habe ihn gegen einen Baum geschleudert und tödlich verletzt. Die regionale Tageszeitung Le Dauphiné Libéré berichtete zudem von mehreren verletzten Skifahrern und Snowboardern in den Orten Tignes und Orelle.  Die Savoyen waren am Sonntag von einer Reihe von Lawinen betroffen. Bis zum Mittag seien die Rettungsdienste bereits bei sechs Lawinenabgängen auf verschiedenen Bergmassiven im Einsatz gewesen, berichtete die örtliche Präfektin Vanina Nicoli auf ihrer Facebook-Seite. Die Lawinengefahr sei auch in den kommenden Tagen in allen Berggruppen hoch, warnte Nicoli. Sie riet dringend von Fahrten abseits der Pisten ab. Bereits am Samstag waren in Val-d'Isère zwei Skifahrer außerhalb der Piste verschüttet worden. Die beiden Männer konnten nur noch tot geborgen werden, wie die örtliche Tourismusbehörde mitteilte. Bei einem weiteren Lawinenabgang im rund 60 Kilometer entfernten Arêches-Beaufort wurden nach Behördenangaben zwei weitere Skifahrer abseits der Piste verschüttet. Einer habe nicht wiederbelebt werden können, ein weiterer sei mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Österreich war am Wochenende ebenfalls von mehreren Lawinen betroffen. Dort gab es eine Tote und mehrere Verletzte. Im Bundesland Tirol rissen Schneemassen am Sonntag eine 58 Jahre alte Frau in Weerberg mit, wie die Polizei mitteilte. Retter konnten die Österreicherin den Angaben zufolge zwar aus den Schneemassen befreien. Die Frau starb jedoch später in einer Klinik. Zwei deutsche Wintersportler, die in Zürs am Arlberg auf einem Steilhang von einem Schneebrett erfasst wurden, kamen mit Verletzungen davon. Nach Angaben der Polizei wurden die Männer im Alter von 60 und 55 Jahren in Kliniken geflogen. In der Nähe von Kitzbühel löste ein 17-jähriger Deutscher eine etwa 350 Meter lange und 120 Meter breite Lawine aus, wie die Polizei berichtete. Dank eines Lawinenairbags überlebte er unverletzt. Wegen der anhaltenden Lawinengefahr in weiten Teilen der französischen Alpen haben die Behörden auch für Montag und Dienstag eine Warnung an Skifahrer herausgegeben. Auch für den Westen Tirols und im Bundesland Vorarlberg bleibt die Lawinengefahr zum Wochenbeginn hoch, heißt es in den neuesten Lagebewertungen. In den Allgäuer Alpen in Bayern und in der Schweiz stuften die Behörden das Risiko von hoch auf erheblich zurück. Lawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen Hängen brechen und dann mit hoher Geschwindigkeit talwärts stürzen. Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Gefahr dar, wenn ein festes Schneebrett auf einer schwachen, schlecht verfestigten Schicht liegt. Bereits kleine Zusatzbelastungen, etwa durch Wintersportler oder frischen Neuschnee, können dann nach Angaben des Deutschen Alpenvereins die gesamte Struktur ins Rutschen bringen.