Datum12.01.2026 00:29
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Patagonien, Argentinien, wüten schwere Waldbrände, die Tausende Touristen zur Flucht zwangen. Die Regierung vermutet, dass radikale Mapuche-Gruppen hinter den Bränden stecken, die für die Rückgabe ihrer Gebiete kämpfen. Die Provinz Chubut ist besonders betroffen, wobei bereits über 12.000 Hektar verbrannt sind. Höhere Temperaturen und Dürre erschweren die Bekämpfung. Gouverneur Torres kündigte eine Belohnung für Hinweise auf Brandstifter an und bezeichnete die Situation als eine der schlimmsten Umweltkrisen der Region.
InhaltTausende Touristen im Süden Argentiniens mussten vor Feuern fliehen. Die Regierung vermutet Brandstiftung durch Indigene, die um eine Rückgabe ihrer Gebiete kämpfen. Im Süden Argentiniens sind schwere Waldbrände ausgebrochen. Die Behörden mussten Tausende Touristen in Sicherheit bringen. Die Feuer wüten in der Region Patagonien, in der zurzeit eine große Dürre herrscht. Die Regierung vermutet Brandstiftungen durch radikale Gruppen. Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Besonders hart hat es die Provinz Chubut in Patagonien getroffen, in der die Brände vor rund einer Woche ausgebrochen waren. Gouverneur Ignacio Torres sprach im Radiosender Radio Mitre von einer der schwersten Umweltkrisen des Gebiets. Jeder Brandherd wachse exponentiell und sei nur sehr schwer zu kontrollieren. Neben den Bränden erlebe die Region derzeit auch "die größte Dürre seit 1965", sagte Torres. Die Brände gefährdeten laut Feuerwehr ein Kraftwerk, eine Schule und ländliche Anwesen. Rund 12.000 Hektar seien von den Flammen zerstört worden und damit mehr als doppelt so viel wie am Vortag gemeldet, berichtete die Zeitung Clarín unter Berufung auf die zuständige Provinzbehörde für Waldbrandbekämpfung. Laut Behörden sind 295 Feuerwehrleute sowie 15 Flugzeuge und Löschfahrzeuge im Einsatz. Auch das argentinische Militär unterstütze logistisch. Auch in der patagonischen Provinz Neuquén wüten Waldbrände. Die Provinzen Santa Cruz und Río Negro teilten mit, ihre Brände seien eingedämmt, doch es gelte weiterhin der Notstand. Die argentinische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden sind. Demnach legten Hinweise nahe, dass radikale Gruppen aus dem Umfeld des indigenen Volks der Mapuche für die Brandstiftungen verantwortlich sein könnten. "Die Schufte, die das Feuer gelegt haben, werden im Gefängnis enden", sagte Gouverneur Torres. Er kündigte eine Belohnung von 50 Millionen Pesos (rund 29.000 Euro) für Hinweise zu den Vorfällen an. Radikale Mapuche-Gruppen kämpfen im Süden Argentiniens und Chiles seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Gebiete. Sie verüben immer wieder Brandanschläge, besetzen Ländereien und liefern sich Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Historisch leisteten die Mapuche den spanischen Eroberern besonders lange Widerstand und verfügten bis ins 19. Jahrhundert hinein über ein eigenes Territorium.