Datum11.01.2026 20:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach dem Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen Ende Dezember verteidigt Direktor Michael Klotz die Sicherheitstechnik der Filiale, die nach anerkanntem Stand der Technik gesichert sei. Unbekannte Täter hatten mehrere Sicherungen überwunden und 3.250 Schließfächer aufgebrochen. Der Schaden wird zunächst im zweistelligen Millionenbereich geschätzt, könnte jedoch dreistellig werden. Klotz versichert, dass die Sparkasse nicht bedroht sei, während Opferanwälte Schadensersatzansprüche wegen möglicher Sicherheitsversäumnisse ankündigen. Die Rückgabe der Kundengegenstände dauert noch an.
InhaltNach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen wehrt sich deren Direktor gegen Kritik. Der geplünderte Schließfachraum sei "nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert" gewesen. Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre: der Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen Ende Dezember. Sparkassenchef Michael Klotz wehrt sich nun gegen Kritik an der Sicherheitstechnik in der Filiale. "Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert", sagte Klotz in einer Mitteilung. "Den Einbrechern ist es gleichwohl gelungen, mehrere voneinander unabhängige Sicherungen zu überwinden. Wie das möglich war, ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen." Zu einzelnen Sicherungsmaßnahmen dürfe er sich nicht äußern, ergänzte Klotz in einem Interview der "WAZ" . Nur soviel: "Wir haben in den letzten zwei Jahren die Alarm- und Brandmeldetechnik erneuern lassen." Die Technik werde laufend verbessert. "Es war schon immer ein Wettlauf zwischen Sicherungstechnik und Kriminellen", sagte er. Die Zukunft der Sparkasse Gelsenkirchen sieht der Vorstandschef durch die Schäden bei dem Einbruch nach eigenen Worten auf keinen Fall bedroht. "Die Verträge sehen eine Absicherung pro Schließfach von bis zu 10.300 Euro vor. Niemand muss sich Sorgen machen, dass die Sparkasse ins Wanken geraten könnte", sagte er der "WAZ". Opferanwälte haben allerdings angekündigt, dass sie die Bank bei Sicherheitsversäumnissen auf sehr viel höhere Schadenersatzsummen pro Schließfach verklagen wollen. Ende Dezember hatten sich bislang unbekannte Täter über ein Parkhaus Zutritt zu der Bank verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Der Schaden wird noch ermittelt. Eine erste Schätzung der Polizei ging von einem mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, inzwischen halten Ermittler aber auch einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich für realistisch. Man sei im Moment an sieben Tagen in der Woche damit beschäftigt, die von den Tätern zurückgelassenen Gegenstände zu sichten und sie den Kunden zuzuordnen, sagte Klotz. "Das ist ein riesiger Berg, der jetzt gemeinsam mit der Polizei und notarieller Begleitung akribisch und mit größter Sorgfalt gesichtet und dokumentiert wird, damit die Kunden ihr Eigentum schnellstmöglich zurückbekommen können." Das werde aber noch längere Zeit in Anspruch nehmen.