Datum11.01.2026 20:08
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer FC Bayern München besiegte den VfL Wolfsburg in einem beeindruckenden Spiel mit 8:1. Michael Olise und Harry Kane waren entscheidend, wobei Olise mit 24 Assists einen neuen Rekord aufstellte. Trotz eines mutigen Auftakts von Wolfsburg, inklusive eines Ausgleichstreffers, dominierte Bayern vor allem in der zweiten Halbzeit. Leon Goretzka meldete sich zurück auf dem Platz und erzielte das letzte Tor. Der Münchner Vorsprung auf den zweitplatzierten Dortmund beträgt nun elf Punkte.
InhaltMit Mut und Risiko wollte Wolfsburg den FC Bayern überraschen. Das ging fürchterlich schief. Michael Olise und Harry Kane gelangen Zaubertore, Leon Goretzka setzte ein Zeichen. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Die Eiskunstläufer: Bei Minusgraden Fußball zelebrieren, das ist kein Problem. Nicht für Michael Olise. Es lief die 50. Minute im Spiel seines FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg, Olise erhielt rechtsaußen den Ball, dann dribbelte er los: erst vorbei an Patrick Wimmer und vor den Strafraum, dann hatte der 24-Jährige einen Moment Zeit, weil die Wolfsburger nicht wussten, wer den Dribbler attackieren sollte. Also schlenzte Olise den Ball von halbrechts ins lange Eck. Ein kunstvoller Lauf, ein brillanter Abschluss – die Partie gegen den VfL war mit diesem 3:1 nach der Pause entschieden. Aber die Bayern hatten noch nicht genug. Ergebnis: 8:1(2:1) gewann der FC Bayern daheim gegen Wolfsburg. Der Münchner Vorsprung auf Rang zwei beträgt nach 16 Bundesliga-Spieltagen elf Punkte – "Konkurrent" Borussia Dortmund hatte am Freitag Punkte gelassen. Die Meisterschaft ist natürlich längst entschieden. Für den FC Bayern sind in dieser Saison noch mehr Titel möglich. Der Mut der Wölfe: "Wir wollen heute keinen Bus parken", hatte VfL-Trainer Daniel Bauer vor dem Spiel in München gesagt, und genau so trat die Wolfsburger Mannschaft dann auch auf: Sie presste hoch, suchte nach spielerischen Lösungen. Manchmal ging das gut, etwa beim 1:1. Da kam Wolfsburgs Abwehrspieler Konstantinos Koulierakis im Mittelfeld an den Ball, wurde bedrängt – und trickste Bayerns Lennart Karl aus. Statt den Ball zu klären, passte er vorwärts. Eine riskante Aktion, die sich auszahlte. Momente später erzielte Dženan Pejčinović den Ausgleich (13.). Später hätte Christian Eriksen beinahe die Wolfsburger Führung besorgt (23.). Die erste Hälfte lief aus Gästesicht gar nicht schlecht. Wie die Bayern mit mutigen Gegnern umgehen: Das Problem für den VfL: Ihre hohe Abwehrkette lud die Bayern zu Pässen in die Tiefe ein. Und diese wurden Wolfsburg gerade in der zweiten Hälfte zum Verhängnis. Schon zur Pause stand es allerdings bereits 2:1 für die Bayern. Dank eines von Münchens Luis Díaz erzwungenen Eigentors von Verteidiger Kilian Fischer (5.) sowie eines regulären Díaz-Treffers. Vorbereitet hatte ihn Olise. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Olise spielt immer: Die Partie gegen Wolfsburg war das 50. Bundesligaspiel für Olise, die Vorlage für Díaz war seine 24. So viele Assists gelangen seit der Datenaufzeichnung der Liga bislang keinem anderen. Eine ebenfalls beeindruckende Statistik: dass Olise diese 50 Spiele bereits jetzt erreicht hat. Möglich waren seit seiner Ankunft in München: 50. Nie verletzt zu sein, auch das ist eine wertvolle Qualität. Kane als Vorbereiter: Neben dem überragenden Olise war Kane ein Schlüssel im Spiel der Bayern, allerdings nicht aufgrund seiner Strafraumaktionen. Ständig ließ sich der Stürmer in die eigene Hälfte fallen und spielte von dort Pässe, oft hinter die so mutige Wolfsburger Defensive. So leitete Kane das 2:1 und das 4:1 ein. Das 5:1 bereitete er dann direkt vor. Kane als Vollstrecker: Viele Treffer, und keinen hatte Kane selbst erzielt? Das war bemerkenswert, änderte sich aber bald. Halblinks am Wolfsburger Strafraum wurde der Starstürmer nicht angegriffen, also schlenzte er den Ball in den Winkel, ein wunderbares Tor. Der Wolfsburger Mut hatte sich inzwischen in Furcht verwandelt. Zeichen an Goretzka: Der gesetzte Joshua Kimmich fehlte den Münchnern verletzt, also waren plötzlich zwei Stellen im defensiven Mittelfeld vakant. Dass Leon Goretzka keine der beiden besetzte, sie gingen an Aleksandar Pavlović, 21, und Tom Bischof, 20, wirkte wie ein Signal an den 30-Jährigen. Goretzkas Vertrag bei den Bayern endet im Sommer, eine Verlängerung gilt als höchst unwahrscheinlich. Zeichen von Goretzka: Ausschließen sollte man bei Goretzka allerdings nie etwas. In München galt er schon häufiger als abgeschrieben und kämpfte sich doch wieder zurück in die Nähe der Stammelf unter Trainer Vincent Kompany. Dem imponiert Goretzkas Einstellung sehr. Und nachdem Goretzka gegen Wolfsburg eingewechselt wurde, zeigte er, was er dem Team zu geben hat. Das 5:1 leitete er mit einem schnell ausgeführten Freistoß ein, flach spielte er den Ball aus der eigenen Hälfte an verdutzten Wolfsburgern vorbei zu Kane. Das 8:1 erzielte Goretzka dann selbst, er zauberte den Ball nicht ins Tor, er grätschte ihn hinein. Auch-das-noch-Moment: Es stand ja bereits 8:1, da wurde verkündet, dass sechs Minuten nachgespielt werden würden. Die Wolfsburger Profis wirkten darüber nicht gerade erfreut, aber immerhin, sie überstanden die Nachspielzeit unbeschadet. Auch, weil sie kollektiv im und am eigenen Strafraum verteidigten. Der Bus parkte vor dem Tor, die Handbremse war so festgezogen wie möglich. So geht es weiter: Wolfsburg darf am Mittwoch wieder gegen eine Mannschaft spielen, die in derselben Liga unterwegs ist, den FC St. Pauli. Die Bayern fahren nach Köln. Spannender ist der Ligatitelkampf danach eher nicht.